Erste Schritte nach dem "Super-GAU"

8. März 2006, 17:09
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ÖSV-Langläufer und Biathleten wieder im Einsatz - Weltcup in Pokljuka und Falun

Innsbruck - "Da ich aufgrund der Ungerechtigkeiten und Ärgernisse jegliche Freude am aktiven Leistungssport verloren habe, mir so eine Behandlung auch nicht gefallen lasse, liegt es nahe, mein ohnehin geplantes Karriere-Ende zum Saisonende 2005/06 um ein paar Wochen vorzuziehen", erklärte Biathlet Wolfgang Rottmann (32) in einer Aussendung, und er machte es quasi seinem Kollegen Wolfgang Perner (38) nach. Der hat ebenfalls genug.

Zur Erinnerung: Am 18. Februar hatten die italienischen Behörden in den Olympia-Quartieren der österreichischen Langläufer und Biathleten Razzien durchgeführt. Die Sportler wurden zu Doping-Tests abtransportiert, die allesamt negativ ausfielen. Perner und Rottmann reisten allerdings noch in der Nacht heimlich ab und wurden deshalb vom ÖOC aus dem Team ausgeschlossen.

Ab Mittwoch geht es für andere um Weltcuppunkte, in Pokljuka sind Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Ludwig Gredler und Fritz Pinter am Start. Die Langlauf-Doppelverfolgung in Falun bestreitet Michail Botwinow, Christian Hoffmanns Comeback soll am Samstag am Holmenkollen in Szene gehen. Biathlon-Cheftrainer Alfred Eder stuft die Situation nach den Vorfällen in San Sicario als nach wie vor schwierig ein. "Das war der Supergau. Wir müssen erst wieder Schritt fassen."

Verzwickt

Den Langläufern sind zwei Trainer abhanden gekommen, Walter Mayer (liegt nach wie vor in Klagenfurt im Spital) und Emil Hoch wurden vom ÖSV entlassen beziehungsweise suspendiert. Sportdirektor Markus Gandler ist mit der Aufarbeitung der Vorfälle beschäftigt. Details will und darf Gandler wegen der laufenden Untersuchungen nicht nennen. "Eine verzwickte Situation." Auch er würde lieber klarer sehen. (red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 8.3. 2006)

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