Deutsche Bauern rufen Bund und Länder zu Finanzhilfe auf

8. März 2006, 19:32
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Bauernpräsident: Äußerst schwierige Marktlage, Geflügelwirtschaft massiv betroffen

Die deutschen Bauern haben Bund, Länder und die EU zu finanziellen Hilfen für wirtschaftliche Einbußen wegen der Vogelgrippe aufgefordert. "Es ist eine äußerst schwierige Marktlage", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Dienstag in Berlin. "Die Geflügelwirtschaft ist massiv betroffen."

Besonders die Betriebe und Brütereien, die sich auf Enten und Gänsen spezialisierten, litten wegen der Stallpflicht unter Einbußen. Bund und Länder sollten sich an bereitgestellten EU-Mitteln beteiligen.

Geflügelwirtschaft massiv betroffen

Der Bauernverband schlug eine Steuerstundung, zinsverbilligte Kredite und Überbrückungshilfen für existenziell bedrohte Betriebe vor. Die Geflügelhalter sollten nach Ansicht des Bauernverbandes auf Nachfragerückgang und sinkende Preise reagieren, indem sie Mastställe länger leer stehen lassen. Wer sich daran beteilige, solle finanzielle Anreize bekommen. Der deutsche Geflügelmarkt sei unter anderem auch belastet, weil der bedeutendste EU-Geflügelproduzent Frankreich wegen Importbeschränkungen anderer Länder verstärkt Produkte anbiete.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte in der vergangenen Woche über einen Nachfragerückgang von bis zu einem Fünftel seit Herbst geklagt. Nach ersten Berechnungen war das ein Verlust von 143 Mio. Euro. Die EU stellt nach Angaben des Bauernverbands zum Beispiel Geld für Markt entlastende Maßnahmen bereit, die von den Mitgliedstaaten kofinanziert werden müssten. Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) will die Aufklärung über Geflügelfleisch laut Sonnleitner forcieren. Der Verzehr sei unbedenklich, sagte der Bauernpräsident unter Verweis auf die Untersuchungen von Tierärzten. (APA/dpa)

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