Clean Clothes-Kampagne erfolgreich

7. März 2006, 18:19
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Tchibo/Eduscho reagiert: Wiedereinstellung oder Kompensationszahlungen für die entlassenen ArbeiterInnen in Bangladesch

Seit September 2004 hat die Clean Clothes-Kampagne (CCK) die Öffentlichkeit auf schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben von Tchibo/Eduscho aufmerksam gemacht. Nun beginne das Unternehmen endlich, seine soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Die Aktion

Recherchen der CCK hatten unter anderem ergeben, dass in der Fabrik Basic Apparels, ein Zulieferbetrieb von Tchibo/Eduscho in Bangladesch, 230 ArbeiterInnen aufgrund ihres Beitritts in einer Gewerkschaft entlassen wurden. Im April letzten Jahres startete die CCK eine Unterschriftsammlung für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion von Tchibo/Eduscho: 6.000 KonsumentInnen unterschrieben die Forderungen der CCK. Auch war Rina Begum, eine der entlassenen ArbeiterInnen, auf Einladung der CCK nach Wien gereist und hatte über die Arbeitsbedingungen im Betrieb berichtet.

Das Ergebnis

Die massiven Proteste und die mediale Berichterstattung führten dazu, dass Tchibo/Eduscho endlich reagierte: Im Fall Basic Apparels verpflichtete das Unternehmen seine Lieferanten, sich mit der bengalischen Gewerkschaft NGWF an einen Tisch zu setzen. Ergebnis der Gespräche war die Abmachung, dass die unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen zwischen Wiedereinstellung und Entschädigungszahlungen wählen konnten: Nur zehn ArbeiterInnen ließen sich am 5. März wieder bei Basic Apparels anstellen. Trotzdem herrschen in einem anderen Zulieferbetrieb von Tchibo/Eduscho in Bangladesch weiterhin große Probleme, erzählt Stefan Kerl, Koordinator der CCK: Nun solle Tchibo/Eduscho seine Vorreiterrolle bei der Lösung von Arbeitskonflikten erneut unter Beweis stellen.

Die Macht der KonsumentInnen

"KonsumentInnen müssen verstärkt ihre Macht nutzen!" So lautet die Aufforderung von CCK. Im Fall Tchibo/Eduscho habe der Druck dazu geführt, dass die gesamte Unternehmenspolitik des Konzerns umgestellt wird: damit soziale Verantwortung in die Unternehmensstrategie integriert werden kann. Die CCK werde sorgfältig beobachten, ob die neue Strategie auch wirklich umgesetzt wird.

Die Clean Clothes-Kampagne setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und die Interessen der ArbeitnehmerInnen in der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie ein und vertritt die Forderungen kritischer KonsumentInnen nach Einhaltung von sozialen Mindeststandards. CCK wird in Österreich von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen und von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. (red)

  • Artikelbild
    foto: cck
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