IAEO-Inspektor: Wir können nicht überall gleichzeitig sein

7. März 2006, 17:14
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Atommaterial und dessen Quantität bestimmen Häufigkeit der Inspektionen

Wien - Die rund 250 Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA) können nicht alle Atomanlagen gleichzeitig inspizieren - dies betonte der IAEO-Inspektor Phil Durst am Dienstag vor Journalisten in einem Briefing am Rande der Gouverneursratsitzung in Wien. Es sei oft ein logistisches Problem, schnell an einen Ort entsendet zu werden.

Quantität

Es komme auf das Atommaterial und dessen Quantität an, wie oft die IAEO atomare Anlagen inspizieren würde, so Durst. Bei Plutoniummengen ab acht Kilogramm würde jedes Monat, bei atomaren Forschungsanlagen oft nur einmal jährlich kontrolliert. Vorteil des Zusatzprotokolls sei es, Atomanlagen und auch andere Lokalitäten bereits zwei Stunden nach einer offiziellen Ankündigung inspizieren zu können.

Der Besitz von funktionstüchtigen Zentrifugen für die Anreicherung von Uran sei eine technische Errungenschaft für einen Staat, sagte der Inspektor. Es bedürfe oft vieler Tests, bis diese funktionierten. Die Zentrifugen des Typs P1 würden 400 Meter pro Sekunde schaffen, jene des Typs 2 sogar 500. Wegen der Geschwindigkeit komme es bei den Tests teilweise auch zur "Pulverisierung" der Zentrifugen. Es sei extrem schwierig, die Herstellung solcher Zentrifugen zu kontrollieren, wenn ein Land das Zusatzprotokoll nicht ratifiziert habe. Rund 90 Staaten hätten derzeit das Protokoll unterzeichnet und ratifiziert. (APA)

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