Frankreich fordert von Israel Abkehr von "gezielten Tötungen"

10. März 2006, 15:55
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Paris verurteilt völkerrechtswidrige Praxis

Paris - Frankreich hat Israel aufgefordert, die Politik der "gezielten Tötungen" in den palästinensischen Gebieten zu beenden. "Wir verurteilen diese Praxis, die dem internationalen Recht zuwider läuft, und die (israelische) Operation in Gaza, die am Montag zu dem Tod von drei jungen Palästinensern geführt hat", kritisierte der Sprecher des Quai d'Orsay (Außenministerium), Jean-Baptiste Mattéi am Dienstag in Paris.

"Gezielte Tötungen" würden nur die radikalsten Kräfte der palästinensischen Gesellschaft stärken zu einer Zeit, in der man Anhängern einer Verhandlungslösung eine Chance geben müsse, sagte Mattéi. Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz hatte zuvor eine "gezielte Tötung" des palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh nicht ausgeschlossen. Solchen "Liquidierungen" durch die israelische Armee waren 2004 auch die Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und Abdelaziz Rantisi zum Opfer gefallen. "Hinrichtungen" ohne Gerichtsverfahren untersagt der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, den Israel ratifiziert hat. Das humanitäre Völkerrecht verbietet, Unbewaffnete militärisch gezielt anzugreifen. (APA/dpa)

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