Fortpflanzungserlaubnis für Rabin-Mörder

13. März 2006, 11:50
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Amir darf durch künstliche Befruchtung Vater werden - Kritik des Rabin-Zentrums

Tel Aviv - Yigal Amir, der Mörder des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, darf durch künstliche Befruchtung seiner Ehefrau Vater werden. Israelische Medien berichteten am Dienstag, die Gefängnisbehörde und der Staatsanwalt Eran Shendar hätten einen entsprechenden Antrag des Ehepaares gebilligt. Er dürfe jedoch weiterhin keinen Geschlechtsverkehr mit seiner Frau Larissa Trimbobler haben. Die israelische Generalstaatsanwaltschaft hatte die am Telefon geschlossene Ehe der beiden im Februar anerkannt.

"Gegen Demokratie gerichtet"

Das Rabin-Zentrum kritisierte die Entscheidung der Gefängnisbehörde. Der Mord an Rabin sei "gegen die israelische Demokratie und den Staat gerichtet" gewesen. Daher dürfe man dem "verabscheuungswürdigen Mörder" auch nicht die Rechte eines normalen Häftlings gewähren. Die Entscheidung, ihn ein Kind zeugen zu lassen, sei "eine negative Botschaft an die kommenden Generationen".

Der rechtsextreme Fanatiker hatte Rabin im November 1995 beim Abschluss einer Friedenskundgebung im Zentrum von Tel Aviv erschossen. Mit dem Mord wollte er den Friedensprozess mit den Palästinensern stoppen und weitere israelische Gebietskonzessionen verhindern. Rabins Tochter Dalia Rabin-Pelossof, ehemalige stellvertretende Verteidigungsministerin, hatte sich über die Heiratsgenehmigung für Amir so aufgeregt, dass sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Rabin-Pelossof war 2002 aus Protest gegen die israelische Regierungspolitik als Vizeministerin zurückgetreten. Sie könne nicht guten Gewissens länger in der (damaligen) großen Koalition ihrer Arbeiterpartei mit dem Likud-Block von Ariel Sharon bleiben, hatte sie erklärt. (APA/dpa)

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