Erneut Attacke auf Obdachlosen am Linzer Bahnhof

8. März 2006, 20:02
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Mann schob 26-Jährigen an Geländer hoch - Immer wieder gibt es Zwischenfälle auf dem Bahnhofsgelände

Linz - Im Linzer Hauptbahnhof ist es erneut zu einem Zwischenfall mit Obdachlosen gekommen: Ein 44-jähriger ehemaliger Boxer drängte am vergangenen Freitag einen 26-jährigen Mann zu einem Geländer und schob ihn daran hoch. Zwei Polizisten konnten die Auseinandersetzung stoppen, gab die Sicherheitsdirektion Oberösterreich Dienstagnachmittag in einer Presseaussendung bekannt. Im Bereich des Bahnhofs kommt es seit seiner Eröffnung Ende 2004 laufend zu ähnlich gelagerten Vorfällen.

Die beiden Angehörigen der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität patrouillierten im Bahnhofsgebäude und verfolgten aus einige Entfernung einen Konflikt zwischen Obdachlosen und Punks. Plötzlich sahen sie, wie ein Mann einen anderen am Geländer hochschob. Ein Passant versuchte noch, ihn davon abzuhalten - jedoch ohne Erfolg.

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Die Beamten brachten den 44-Jährigen nur mit Gewalt unter Kontrolle. Zur Ursache des Streits konnten die zwei alkoholisierten Kontrahenten keine Angaben machen. Der ältere der beiden Männer wurde wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung angezeigt.

Da es im Bereich des Linzer Hauptbahnhofs immer wieder zu Problemen komme, würden die Beamten des Landeskriminalamtes auch weiterhin fallweise in Zivil Dienst versehen, betonte die Sicherheitsdirektion. Man kämpfe mit einem "sozialen und gesellschaftlichen Problem", so der Sprecher der ÖBB in Oberösterreich, Mario Brunnmayr, zu den Vorfällen im neuen Bahnhof. Die derzeitige Situation sei sowohl für das Unternehmen als auch für die Kunden "unbefriedigend".

Da die ÖBB-Security im Gegensatz zur Polizei über keine Handhabe verfüge und sich nur auf die Hausordnung stützen könne, sei bei einem Runden Tisch vor etwa einem Monat fixiert worden, gemeinsam auf Streife zu gehen, berichtete Brunnmayr. Betrunkene würden ersucht, das Gebäude zu verlassen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, ersuche man die Polizei um Unterstützung. "Wir arbeiten intensiv daran, eine Lösung zu finden", betonte der ÖBB-Sprecher. (APA)

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