Journalistinnen hinter Gittern

7. März 2006, 15:13
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"Reporter ohne Grenzen" erinnert an entführte und inhaftierte Frauen

Anlässlich des Internationalen Frauentags forderte die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) die Freilassung aller entführten und inhaftierten Journalistinnen weltweit. Jill Carroll und Rim Zeid sind Geiseln im Irak, weitere sechs Frauen sind derzeit wegen ihrer Arbeit in Kuba, Äthiopien, im Iran, auf den Malediven, in Nepal und in Ruanda hinter Gittern.

"Die US-amerikanische Journalistin Jill Carroll ist am 7. Januar, ihre irakische Kollegin Rim Zeid am 1. Februar in Bagdad entführt worden. Seit dem Beginn des Irak-Krieges im März 2003 sind dort acht Journalistinnen in die Gewalt von Kidnappern geraten. Eine von ihnen, die Irakerin Raeda Wazzan, wurde im Februar 2005 von ihren Entführern ermordet. Weltweit kamen 46 Journalistinnen seit 1992 wegen oder während ihrer Arbeit ums Leben. In den meisten Fällen wurden die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen", so "Reporter ohne Grenzen" in einer Aussendung.

In Haft

Die iranische Journalistin Elham Afrotan von der Wochenzeitung "Tamadone Hormozgan" ist seit dem 23. Januar hinter Gittern. Sie und sechs ihrer Kollegen wurden nach der Veröffentlichung eines satirischen Textes über Ayathollah Khomeni festgenommen. Bereits seit 1996 ist Tatiana Mukakakibibi in Ruanda in Haft, offensichtlich weil sie zu Vergeltungsmorden der Tutsi recherchiert hatte. Es existiere weder ein Urteil noch sei ein Entlassungstermin bekannt.

Ebenso erinnerte ROG an Partnerinnen, Mütter, Schwestern und Töchter verfolgter Journalisten, die sich für ihre inhaftierten, verschwundenen oder getöteten Angehörigen einsetzen und Gerechtigkeit fordern - trotz der Schikanen denen sie deswegen in vielen Ländern ausgesetzt seien. (red)

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