Papst verlangt Freilassung von entführtem Kleinkind

10. März 2006, 09:36
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Solidaritätserklärung mit Eltern - Kind aus Parma war aus Wohnung verschleppt worden

Rom - Der Papst hat am Dienstag die Freilassung des 17 Monate alten Tommaso Onofri gefordert, einem an Epilepsie leidenden Kind, das am Donnerstagabend aus der Wohnung seiner Eltern bei Parma von zwei Unbekannten verschleppt worden ist. In einer Botschaft verlangte der Papst die "sofortige und bedingungslose Freilassung" des Kindes. Er bete für die Eltern, die seit der Entführung um die Freilassung des Kindes bitten.

Erpressung als Motiv angenommen

Das Schicksal Tommasos hält Italien in Atem. Die Hintergründe des Kidnappings sind nach wie vor unklar. Die Eltern, beide Postbeamte, sind nicht wohlhabend, doch die Ermittler vermuten dennoch Erpressung als Motiv. Die Kidnapper gingen wahrscheinlich davon aus, dass sich der Vater als Leiter des lokalen Postamtes Geld beschaffen könne, sagte der Staatsanwalt von Parma, Gerardo Laguardia. Am Montag wurde ein abtrünniger Mafioso vernommen, der über Pläne zu einer Entführung im Raum Parma informiert worden war.

Tommasos achtjähriger Bruder Sebastiano appellierte im Fernsehen an die Täter, das Kind freizulassen. "Tommaso, ich hoffe, dass wir bald wieder miteinander spielen werden", sagte der Bub. Frühere Appelle von Eltern, Sicherheitskräften und Prominenten waren erfolglos geblieben. (APA)

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    foto: epa/ansa/privat
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