Linz: Vergessene Leistungen im Mittelpunkt

7. März 2006, 14:48
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Hörsäle der Johannes Kepler Universität werden nach berühmten Forscherinnen umbenannt

Linz - Anlässlich des Weltfrauentages macht der Verband Sozialistischer StudentInnen Linz (VSStÖ) gemeinsam mit der Initiative Kritischer StudentInnen (IKS) auf die Situation von Frauen in der Wissenschaft aufmerksam. Dazu werden am Mittwoch die Hörsäle der Johannes Kepler Universität Linz nach berühmten Forscherinnen umbenannt. Biografien an den Hörsaaltüren bringen Werke und Leben zahlreicher Forscherinnen ans "Tageslicht".

"Wir wollen den Wissenschafterinnen, deren Leistungen in Vergessenheit geraten sind bzw. heute immer noch in den Hintergrund gedrängt werden, mit unserer Aktion Aufmerksamkeit schenken, und damit aufzeigen, dass diese ihren Kollegen in nichts nachstehen", so Manuela Hiesmair, Vorsitzende des VSStÖ. Österreichische Wissenschafterinnen, die große Leistungen erbracht haben, sind zum Beispiel Anna Freud, Marie Jahoda und Lise Meitner.

Unterrepräsentanz

Frauen in der Wissenschaft sind unterrepräsentiert. Ein Blick auf die Statistik der Johannes Kepler Universität zeigt dies ganz deutlich. "Von 113 ordentlichen ProfessorInnen sind nur sechs Frauen – das sind nur knappe fünf Prozent. An der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät liegt der Frauenanteil bei nicht einmal zwei Prozent", resümierte Martina Ackerl (IKS) die Situation an der Kepler Universität.

Die existierenden Frauenförderungsprogramme seien oft zu inkonkret und könnten somit leicht umgangen werden, kritisierten VSStÖ und IKS in ihrer Aussendung. "Wir fordern daher, dass mindestens jede zweite offene ProfessorInnenstelle mit einer Frau nach zu besetzen ist solange die Frauenquote unter 50 Prozent liegt", präzisierte Manuela Hiesmair die Vorstellung von VSStÖ und IKS im Bezug auf eine konsequente Personalpolitik. (red)

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