IT- und Telekommarkt wächst schwächer

15. März 2006, 14:40
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Dynamik in Europa und Japan lässt nach - EU größter Binnenmarkt der Welt - Starkes Plus bei Mobilfunk und Unterhaltungselektronik

Die internationale IT- und Telekombranche legt eine Verschnaufpause ein. Während das Wachstum des Informations- und Kommunikationstechnologie-Marktes in Europa nach 3,7 Prozent im Vorjahr heuer auf 3,2 sinken soll, wird der Rückgang in Japan von 2,1 auf 1,1 Prozent noch stärker ausfallen. Die USA stagnieren auf hohem Niveau bei 3,9 Prozent. Im Rest der Welt wird die Wachstumsrate nach 8,4 Prozent im abgelaufenen Jahr 2006 nur mehr 6,8 Prozent betragen. Das ergibt eine aktuelle Studie des European Information Technology Observatory (EITO).

Rückgang

Für 2007 wird in Europa und Japan ein weiterer Rückgang auf 3 beziehungsweise 1 Prozent prognostiziert, in den USA soll es eine leichte Steigerung auf 4 Prozent geben. Global betrachtet sinkt die jährliche Wachstumsrate von 4,6 Prozent (2005) über 4,0 Prozent (2006) auf 3,8 Prozent (2007). Im Vorfeld der Computermesse CeBIT wird allerdings betont, dass die Branche dennoch stärker als der Gesamtmarkt wächst und daher "zum Konjunkturmotor wird".

In der EU sollen Software und IT-Dienstleistungen deutlich zulegen

Bei den Zahlen für Westeuropa fällt auf, dass nach starken Zuwächsen im Telekombereich in den Jahren 1998 bis 2004 seit dem Vorjahr wieder die IT-Branche die Nase vorn hat. In der EU sollen laut der Erhebung heuer Software (+5,7 Prozent) und IT-Dienstleistungen (+5,0 Prozent) deutlich zulegen, bei Computer-Hardware (+2,8 Prozent) und Telekom-Ausrüstung (+2,4 Prozent) fällt das Wachstum geringer aus. Insgesamt war der europäische IKT-Markt im Vorjahr 659 Mrd. Euro schwer. Den größten Binnenmarkt der Welt stellt die EU mit einem Marktanteil von 32 Prozent, gefolgt von den USA (28 Prozent) und Japan (14 Prozent).

Mehr Mobilfunkkunden

Im Mobilfunkbereich liegt Europa mit einem erwarteten jährlichen Kundenplus von 10,6 Prozent im Zeitraum 2004 bis 2008 vor den USA (+8,7 Prozent) und Japan (+3,3 Prozent). Grund dafür ist vor allem das starke Wachstum in Osteuropa von 21,7 Prozent. Bei Unterhaltungselektronik zeigt sich der Trend zu digitalen Geräten: Während die Umsätze mit Videorekordern heuer laut Studie um knapp 45 Prozent einbrechen werden, erwarten die Experten bei LCD-Fernsehern und Spielekonsolen ein Plus von rund 50 Prozent. Insgesamt soll der westeuropäische Markt heuer um 7,2 Prozent auf knapp 59 Mrd. Euro zulegen.(APA/dpa)

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