Industrie auf Wachstumskurs - Verlust von 4.300 Arbeitsplätzen

28. März 2006, 19:40
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Industrie wuchs 2005 um nominell 6,5 Prozent auf 108 Milliarden Euro - Exporte bleiben wichtigste Säule

Wien - Obwohl sich die heimische Industrie nach wie vor auf Wachstumskurs befindet gingen im Vorjahr (bis inklusive November) 4.301 Jobs oder ein Prozent der Arbeitsplätze verloren. Diese Entwicklung werde sich moderat fortsetzen, so der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Wolfgang Damianisch, am Dienstag. Während die Zahl der Arbeiter um 1,5 Prozent zurückging, betrug der Rückgang bei den Angestellten 0,1 Prozent. Zuletzt waren in der Industrie 413.010 Arbeitnehmer beschäftigt.

Die Industriebeschäftigung habe zuletzt 2004 bei einem Produktionszuwachs von elf Prozent zugenommen und zwar um 0,2 bis 0,3 Prozent. Gesamtwirtschaftlich sei ein Wachstum von 2,5 Prozent bis drei Prozent notwendig um die Beschäftigung zu halten, in der Industrie müsse man von einem deutlich höheren Wachstum ausgehen, so Damianisch.

Wachstum setzt sich fort

Die Industrieproduktion habe im Vorjahr nach den derzeit vorliegenden statistischen Daten nominell um 6,5 Prozent auf rund 108 Milliarden Euro zugelegt. Real erwartet die Industrie ein Plus von vier Prozent. In dem bereits vorliegenden Zeitraum von Jänner bis November 2005 wuchs die Industrie nominell um 6,6 Prozent auf über 99 Milliarden Euro.

Das Wachstum habe sich zwar in den beiden ersten Quartalen 2005 nominell um plus 6,5 bzw. plus 9,5 Prozent weiter fortgesetzt, in den Monaten Juli bis September 2005 habe es jedoch eine Abschwächung auf nur mehr nominell 4,2 Prozent gegeben. Für das 4. Quartal werde ein nominelles Produktionsplus von fünf Prozent erwartet.

Das Produktionswachstum wurde vor allem von den Gas- und Wärmeversorgern, der Bergwerke & eisenerzeugenden Industrie, der ledererzeugenden Industrie, der Mineralölindustrie sowie der NE Metallindustrie getragen. Rückgänge verzeichneten hingegen die Bereiche Stein & Keramik, Fahrzeuge, Textil- und Lederverarbeitung. (APA)

Die Auftragslage in der Industrie hat sich in den ersten 11 Monaten 2005 um 5,8 Prozent auf mehr als 65,6 Mrd. Euro gesteigert. Getragen wurde diese Entwicklung von den Exporten, so Damianisch. Während die Auslandsaufträge um 7,3 Prozent zulegten, nahmen die Inlandsaufträge nur um 2,6 Prozent zu. Insgesamt dürften die Auftragseingänge 2005 um 5 bis 6 Prozent zulegen. Dies gebe Anlass zu einem "vorsichtigen Optimismus für das erste Quartal 2006".

Insgesamt legten die Exporte nach dem zweistelligen Plus von fast 14 Prozent im Jahr 2004 im Vorjahr nochmals um 4,6 Prozent auf 94 Mrd. Euro zu. Dabei stiegen Österreichs Exporte in die EU 25 um 3,6 Prozent, die Warenlieferungen in die osteuropäischen Länder wuchsen um 6 Prozent.

Damianisch wiederholt seine Forderung nach Arbeitszeitflexibilisierung. Derzeit laufen zwar Gespräche mit den Sozialpartnern. Allerdings seien die Möglichkeiten im Rahmen der Kollektivverträge nicht ausreichend. Leider habe sich aber herausgestellt, dass eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes politisch bis jetzt nicht durchsetzbar war. Die Industrie wünscht sich eine maximale Normalarbeitszeit von 10 Stunden pro Tag, eine maximale Höchstarbeitszeit von 12 Stunden pro Tag und eine maximale Wochenarbeitszeit von 60 Stunden bei einem Durchrechnungszeitraum, der ein Jahr übersteigt. (APA)

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