Fast 7.000 Frauen kontaktierten Schuldnerberatung

7. März 2006, 12:57
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Geringeres Einkommen und Bürgschaften als Gründe

Linz - Fast 7.000 Frauen haben in Österreich 2005 eine Schuldnerberatungseinrichtung kontaktiert. Mehr als die Hälfte davon sei jünger als 41 Jahre gewesen. Das gab die Berater-Dachorganisation ASB mit der Zentrale in Linz anlässlich des Internationalen Frauentages, der am Mittwoch begangen wird, in einer Presseaussendung am Dienstag bekannt.

Klientinnen-Anteil bei 40 Prozent

Der weibliche Anteil am Klientel der Beratungseinrichtungen liege damit bei rund 40 Prozent. Die durchschnittliche Verschuldung einer Frau im vergangenen Jahr bezifferte ASB mit 55.350 Euro, jene eines Mannes mit 70.100 Euro. Die Zahl der Frauen, für die ein Privatkonkursverfahren eröffnet wurde, hat sich in den vergangenen fünf Jahren von 950 auf 1.787 fast verdoppelt.

Gründe

Gründe für weibliche Schuldenprobleme liegen nach Angaben der Dachorganisation im geringeren Einkommen, gestiegenen Konsumausgaben und der Haftung als einkommenslose Bürgin, häufig auch für Unternehmenskredite. Als Lösungsansätze fordern die BeraterInnen Maßnahmen zur Einkommensverbesserung und -sicherung für Frauen sowie die Anhebung der Sozialleistungen auf ein existenzsicherndes Mindestniveau. Für Personen ohne oder mit geringem Einkommen sollte die Übernahme von Bürgschaften generell nicht möglich sein. Darüber hinaus müsse verstärkt in die finanzielle Allgemeinbildung investiert werden, so ASB. (APA)

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