Megastores handeln sich Konkurrenz ein

27. März 2006, 15:33
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Baumärkte und Möbelhäuser haben es vorgemacht, Bekleidungs- und Schuhbranche setzte nach - Kampf um Kunden verschärft sich

Wien - Die Konzentration in der österreichischen Handelslandschaft wird weiter auf hohem Niveau bleiben, auch weiterhin werden wenige Große den Markt dominieren. Noch weiter zunehmen werde der Konzentrationsgrad vor allem im Bekleidungs- und Buchhandel. Im Sportartikelhandel rechnet das Beratungsunternehmen RegioPlan in seiner jüngsten Branchenerhebung dagegen mit einem Rückgang der Handelskonzentration, weil immer mehr Markenartikelhersteller mit eigenen Stores in den Markt eindringen.

Laut Studie folgt nun auch der Lebensmittelhandel dem Trend zu "Mega-Stores". Mehr Verkaufsfläche bedeutet jedoch nicht automatisch mehr Umsatz, wird in der Studie betont. Die höchsten m2-Umsätze erwirtschaften etwa die Apotheken in ihren vergleichsweise kleinen Outlets und übertrumpfen etwa den Möbelhandel mit seinen Mega-Stores um das 27-Fache.

Kampf der Branchen-Giganten

Die heiße Phase der Expansion sieht RegioPlan dennoch in vielen Branchen fast abgeschlossen, der Konkurrenzdruck steige aber weiter. Im erbitterten "Kampf der Branchen-Giganten" um Kunden werden nun also Sortimente verstärkt erweitert und neue Vertriebslinien eingeführt.

Österreichs Einzelhandel ist seit vielen Jahren von einer sehr hohen Marktkonzentration geprägt. In fünf von acht Branchen liegt laut Studie die Marktkonzentration der Top 5 Anbieter bei über 70 Prozent. So verfügen im Sportartikelhandel die fünf größten Marktteilnehmer über einen Marktanteil von 92 Prozent, bei den Baumärkten und im Lebensmittelhandel sind es jeweils 89 Prozent. Die Top 5 Drogeriemärkte haben einen Marktanteil von 83 Prozent, die Top 5 Möbelhändler 74 Prozent.

Rückgang bei Buchhandel

In nur zwei der acht erfassten Branchen ist in den vergangenen Jahren ein Rückgang der Konzentration zu verzeichnen gewesen: im Schuhhandel um vier Prozentpunkte auf 54 Prozent Marktanteil und im Buchhandel um fünf Prozentpunkte auf 27 Prozent Marktanteil.

Auf der Strecke bleiben bei diesem Umfeld meist kleinere, unternehmergeführte Anbieter. Um zu überleben lautet das Motto: Stärker differenzieren und klar positionieren oder umsiedeln. Je weniger sich ein Geschäft vom Mitbewerb differenziere, desto wichtiger werde der Standort - je spezialisierter das Angebot, desto gleichgültiger die Umgebung, analysiert RegioPlan.

Diskonter wachsen weiter

Immer mehr an Bedeutung gewinnen bekanntlich die Diskonter. Auch die einkommensstärkere Bevölkerungsschicht agiere zunehmend preisbewusster, wovon Diskonter in den kommenden Jahren noch stärker profitieren werden, so die Studie. Im Lebensmittelhandel erwirtschaften Diskonter den größten m2-Umsatz, der Umsatz-Anteil diskontorientierter Geschäfte liege hier bereits bei 24 Prozent, im Schuhhandel sind es 23 Prozent, im Bekleidungshandel 9 Prozent und im Möbelhandel 4 Prozent. Europaweit erwirtschaften Diskonter im Lebensmittelhandel 38 Prozent des Umsatzes. (APA)

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