Beigelegter Likörstreit

22. März 2006, 14:58
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Walter Wolf und Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank schlossen Vergleich im Streit um kroatische Likörfabrik Maraska

Klagenfurt - Mehr als zweieinhalb Jahre stritten der Austrokanadier Walter Wolf und die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB) um eine Likörfabrik in Kroatien. Die Auseinandersetzung gipfelte im Juli vergangenen Jahres in einer Klage über 6,95 Mio. Euro, die Wolf gegen die HAAB einreichte. Nun schlossen die Streitparteien einen Vergleich, über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart, wie die Bank auf Anfrage der APA erklärte.

Vor vier Jahren hatte Wolf die traditionsreiche Likörfabrik Maraska gekauft, finanziert unter anderem mit einem Kredit der HAAB über 5,5 Mio. Euro. Der ehemalige Formel-1-Rennstallbesitzer zog 2005 vor Gericht. Er sei bei einem gemeinsam geplanten Immobiliendeal, der einen Gewinn von bis zu 30 Mio. Euro versprochen hätte, von der Bank ausgebremst worden, so sein Vorwurf. Die Hypo hätte trotz anderer Vereinbarungen "weit unter Preis" an die bankeigene Tochterfirma Dalmatien Beteiligungs GmbH verkauft. Er selbst hätte Investoren und einen Käufer an der Hand gehabt, der weit mehr für die Firma gezahlt hätte.

Justiz bemüht

Aber auch die Hypo Alpe-Adria-Bank bemühte die Justiz. Sie hatte bereits 2004 eine Klage eingebracht, und zwar in der kroatischen Hafenstadt Split. Die Bank warf Wolf vor, kurz vor seinem Abgang als Geschäftsführer und Hauptgesellschafter von Maraska die Namensrechte ohne jedes Entgelt auf die österreichische "Maraska Handels- und Vertriebs GesmbH" mit Sitz in Eisenstadt übertragen zu haben. Der Austrokanadier hätte Jahre lang als Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer keine Rückzahlungsverpflichtung für Maraska eingehalten und keine nennenswerte Investition durchgeführt. Im Mai 2004 hätte er schließlich seine Mehrheitsanteile an die Dalmatien Beteiligungsgesellschaft der Hypo-Alpe-Adria-Bank abgetreten.

Zufriedenstellende Einigung

Nun haben sich die Streitparteien geeinigt. Wolf zeigte sich nach dem Vergleich zufrieden, obwohl er gegenüber der ursprünglichen Forderung einige Abstriche hatte machen müssen. Er sei zufrieden, dass die Angelegenheit zu Ende sei, meinte er nach Ende des Gerichtsverfahrens.

Laut Hypo ist "nur wenig Geld geflossen", genauere Angaben wollte man seitens des Geldinstituts, das noch 20 Prozent an der Likörfabrik hält, nicht machen. Die Firma mit Sitz in Zadar steht inzwischen im Mehrheitseigentum des kroatischen Unternehmers Mirko Grebsic. (APA)

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