Verheerender Vesuv-Ausbruch bereits vor 3.800 Jahren

15. März 2006, 14:33
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Eruption war stärker als bei der Pompeji-Zerstö­rung und verwüstete die Region für Jahrhunderte - Geologen warnen vor neuem Ausbruch

Rom - US-Geologen haben durch neue Ausgrabungen einen schweren Ausbruch des italienischen Vulkans Vesuv vor rund 3.780 Jahren bestätigt. Der Ausbruch sei stärker als bei der Zerstörung Pompejis im Jahr 79 nach Christus gewesen und habe die Region für Jahrhunderte verwüstet. "Eine ähnliche Eruption könnte heute Neapel und Umgebung zerstören", schreiben die Forscher in einem Bericht der "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS, doi/10.1073/pnas.0508697103).

Funde belegen rasche Evakuierung

Die Forscher um den Geologen Prof. Michael Sheridan von der Universität Buffalo verweisen auf gut erhaltene Überreste einer Siedlung in der Nähe des heutigen Avellino rund 15 Kilometer nordöstlich des Vesuvs: Diese belegten den Versuch einer raschen Evakuierung der Ortschaft vor den Lavamassen. Unter anderem habe man Tausende Fußspuren von Menschen und Nutztieren in der Lavaasche entdeckt.

Nach der "Avellino-Eruption" hätten die Bewohner versucht, einige Siedlungen wieder zu errichten, dies aber rasch aufgegeben. Ursache für den Abbruch der Neuansiedlungen sei vermutlich die extreme Umweltzerstörung durch den Vulkanausbruch gewesen.

Unberechenbarster Vulkan in Europa

Der Vesuv gilt als der gefährlichste und unberechenbarste Vulkan Europas. Italienische Experten warnen immer wieder vor einem erneuten Ausbruch. In den vergangenen Jahren gab es sogar erste Übungen zur Evakuierung der Ortschaften in der Umgebung. Bei der bisher letzten schweren Eruption im Jahr 1944 kamen 26 Menschen ums Leben, bei einem Ausbruch im 17. Jahrhundert rund 4.000 Menschen. (APA/dpa)

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    Die Wissenschafter fanden eine große Anzahl von Fußspuren in der Asche der Avellino-Eruption.

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