Hoferlieferant Medion: Flat-TVs sollen Talfahrt stoppen

15. März 2006, 14:01
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Gewinneinbruch und düsterer Ausblick drücken auf Aktienkurs

Der als Hofer/Aldi-Lieferant bekannte Multimedia-Händler Medion hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dem anhaltenden Preisverfall und der hohen Kostenstruktur Tribut zollen müssen. Nach kräftigen Einbußen beim Gewinn will das Unternehmen mit einer Bereinigung des Produktportfolios um margenschwache Geräte die Talfahrt stoppen. Dabei konzentriert sich Medion nun auf digitale Heimelektronik wie Flachbildschirmfernseher. Darüber hinaus wird weiter an einer Entlastung bei den Fixkosten gearbeitet.

Bewusst

"2006 verzichten wir bewusst auf Umsätze in Randbereichen, die im Verhältnis zum Ertrag mit zu hohem Transaktionsaufwand verbunden sind", erklärt Christian Eigen, Finanzvorstand der Medion AG. Nun konzentriere sich der Konzern stattdessen vorrangig auf den Bereich Digital Living, hieß es bei Medion auf Anfrage von pressetext. Im abgelaufenen Jahr seien insbesondere Flachbildschirmfernseher, mobile Navigationsgeräte und der Mobilfunkbereich gut gelaufen.

Fußball-WM und die Einführung von Windows Vista

Für die kommenden Monate gibt Medion trotz erhoffter positiver Impulse durch Fußball-WM und die Einführung von Windows Vista einen düsteren Ausblick. Gerechnet wird mit einer anhaltend schwachen Entwicklung bei den Konsumausgaben und weiterem Preisverfall im Segment PC/Multimedia. Dank der Bereinigung des Produktportfolios und einer verbesserten Kostenposition sollen sich aber 2006 die Brutto-Margen stabilisieren. Medion rechnet mit nur noch zwei Mrd. Euro und ein bis 1,5 Prozent EBIT-Marge. Ab 2007 soll es dann bei Umsatz und Ergebnis wieder aufwärts gehen.

Schwaches Weihnachstgeschäft

2005 hat Medion nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen Weihnachtsgeschäft einen Gewinneinbruch von 48,8 auf 9,2 Mio. Euro erlitten. Das EBIT schmolz gegenüber dem Vorjahr von 90 auf 22 Mio. Euro zusammen. Beim Umsatz musste Medion einen Rückgang um vier Prozent auf 2,53 Mrd. Euro hinnehmen. Die Umsatzsteigerungen der letzten drei Quartale hätten den Rückgang des ersten Quartals nicht kompensieren können, ließ Medion in einer Aussendung wissen.

Nun fällt die schwache Entwicklung bei Medion auch auf die Aktionäre zurück. Die Dividende soll von 0,55 auf 0,19 Euro pro Aktie zusammengestrichen werden. Das Papier begab sich auf Sinkflug. Am Dienstagvormittag brach der Kurs der Medion-Aktie um mehr als acht Prozent auf 10,9 Euro ein. (pte)

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