"LastExitFlucht" - UNHCR startet interaktives Reality-Game

19. März 2006, 15:35
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Das "Spiel, bei dem du der Flüchtling bist", steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit

Am Dienstag startet das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR eine ungewöhnliche Initiative: Ab sofort können auf www.LastExitFlucht.org, einem interaktiven Reality-Game, alle ab 13 Jahren einmal das Schicksal eines Menschen auf der Flucht nachfühlen.

Kostenlos

Das „Spiel, bei dem du der Flüchtling bist", steht ab sofort über 120 Millionen Deutschsprachigen offen, denn es ist kostenlos. „Angesichts der seit vielen Jahren sinkenden Asylantragszahlen haben ja immer weniger Jugendliche in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine persönliche Erfahrung mit Menschen auf der Flucht – mit dem Game sollen sie zumindest virtuell einmal in die Haut eines Flüchtlings schlüpfen können", erklärt UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer. „Die Kids können sich so besser in die Lage eines Flüchtlings, also etwa eines politisch verfolgten Menschen, versetzen."

Unter Zeitdruck

Auf insgesamt zwölf Stationen muss die Spielerin beziehungsweise der Spieler des Wissens- und Erfahrungsspiels lebenswichtige Entscheidungen fällen - oft unter Zeitdruck: Was nehme ich mit auf die Flucht? Was sag ich zum gewaltbereiten Soldaten beim Verhör? Welcher Weg führt mich gefahrlos aus der Stadt? Wer Krieg, Verfolgung und Schlepper heil überstanden (und Asyl bekommen) hat, muss dann in einem fremden Land ganz von vorn anfangen – ohne Sprachkenntnisse, ohne Freunde, ohne Job.

"Fakten-Web"

Als Ergänzung zum virtuellen Teil bietet jeder Abschnitt des Reality-Games einen eigenen Infoteil im so genannten „Fakten-Web" – mit Hintergründen zu politischer Verfolgung und Menschenrechten. Hier kommen auch Menschen, die nach Europa geflohen sind, mit ihren wechselvollen Fluchtberichten zu Wort. Für den Einsatz im Unterricht bietet LastExitFlucht zudem einen eigenen Lehrer-Leitfaden.

Unterstützung

Die Initiative des UNHCR ist schon vor dem Start auf reges Interesse gestoßen. Zu den ideellen Unterstützern zählen der Raiffeisen Club, derStandard.at und jede Menge Websites, die mit Banner-Spenden das Spiel bekannt machen helfen. „Wegen des großen Interesses haben wir uns entschlossen, LastExitFlucht-Banner zum Download auf die www.unhcr.at zu stellen", sagt UNHCR-Sprecher Schönbauer. „Ganz besonders freut mich aber die Unterstützung des Dokumentarfilmers Hubert Sauper, des Regisseurs von `Darwin´s Nightmare´." Der mit dem begehrten französischen Filmpreis „César" und für den Oscar nominierte gebürtige Tiroler hilft mit seiner Bekanntheit, die Werbetrommel für die gute Sache zu rühren.(grex)

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