VW mit besseren Zahlen

16. März 2006, 15:59
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Konzerngewinn von Europas größtem Autobauer klettert 2005 dank Sparprogramm um fast 61 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro - Audi glänzt, Seat mit Verlusten

Wolfsburg - Europas größter Autobauer Volkswagen hat nur dank des strikten Sparkurses im vergangenen Jahr mehr verdient. Der Konzerngewinn kletterte bei leicht gestiegenem Umsatz um knapp 61 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wie Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg bekannt gab. Während die Kernmarke VW nur knapp an der Verlustzone vorbeischrammte, glänzte Audi erneut. Seat fuhr einen Verlust ein.

Insgesamt sei das Ergebnis "weiter unbefriedigend", sagte Konzernchef Bernd Pischetsrieder und bekräftigte die Notwendigkeit, die Kernmarke VW auf Kurs zu bringen. "Weitere Restrukturierungsschritte sind unausweichlich." Pischetsrieder hatte bereits im Februar harte Einschnitte angekündigt, die in den kommenden drei Jahren bis zu 20.000 Mitarbeiter betreffen.

15 Prozent bei Auslieferungen zugelegt

Der Volkswagen-Konzern hat in den ersten beiden Monaten 790.000 Autos und damit 15 Prozent mehr ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. Das teilte Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Dienstag in Wolfsburg mit. Damit wuchs der Konzern doppelt so schnell wie der Weltmarkt, der laut Pischetsrieder nur um 7 Prozent zulegte. Zum Machtkampf an der VW-Spitze machte er im voraus verbreiteten Redetext keinen Angaben.

Nach Unternehmensangaben sollen in diesem Jahr Auslieferungen und Umsatz leicht steigen. 2005 hatte Volkswagen mit 5,24 Mio. Autos einen Auslieferungsrekord erreicht. "Der Blick in die nahe Zukunft lässt kein dynamisches Wachstum oder wesentliche Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prognostizieren", sagte der Konzernchef laut Manuskript. Der Weltmarkt werde um 1,2 Prozent auf 53,6 Mio. Fahrzeuge wachsen.

Erste Zahlen im Februar

Erste Zahlen hatte der Autobauer schon Anfang Februar mitgeteilt: Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 54 Prozent auf 3,14 Mrd. Euro, der Reingewinn um 61 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro. Der Umsatz kletterte 2005 um über 7 Prozent auf 95,3 Mrd. Euro. Das Sparprogramm ForMotion brachte 3,5 Mrd. Euro ein. Der größte Teil des Gewinns kam von den Töchtern Audi und Financial Services. Die Stammmarke VW dagegen kam kaum über die Null-Linie hinaus. Pischetsrieder wiederholte, dass die Ergebnisse "nicht ausreichend" seien.

Pischetsrieder steht unter Druck, nachdem sein Amtsvorgänger - der jetzige Aufsichtsratschef Ferdinand Piech - öffentlich über die Zukunft des VW-Bosses spekuliert hatte. Pischetsrieder will indes im Amt bleiben.

Keine Einzelheiten um Sparprogramm

Pischetsrieder teilte keine Einzelheiten zum neuen VW-Sparprogramm mit dem Namen ForMotion plus mit. Damit will der VW-Chef bis 2008 die Kosten konzernweit um 10 Mrd. Euro senken und den Gewinn vor Steuern auf 5,1 Mrd. Euro steigern.

Er machte machte allerdings erste Angaben zur Restrukturierung. Demnach wird die Produktion von Motoren und Getrieben als Kernkompetenz angesehen. Das könnte bedeuten , das die Werke Salzgitter (Motoren) und Kassel (Getriebe) nicht zur Disposition stehen. Über das Komponentenwerk Braunschweig sagte Pischetsrieder nichts. Von der Sanierung können nach Unternehmensangaben bis zu 20.000 Arbeitsplätze bei der Marke VW in Deutschland betroffen sein. (APA/AP)

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