EU verlangt von Börsenbetreibern Kostensenkung

22. März 2006, 14:39
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Kosten für grenzüberschreitende europäische Transaktionen sind sechs Mal so hoch wie inländische

London - Die Europäische Kommission wird die Börsenbetreiber nach Informationen der "Financial Times" (FT) vom Dienstag zu niedrigeren Kosten beim grenzüberschreitenden Aktienhandel auffordern. Dies werde die letzte Warnung der europäischen Wettbewerbsbehörden sein, bevor es mögliche gesetzliche Folgen habe, schreibt die "FT" unter Berufung auf einen EU-Beamten.

Die Warnung der Kommission sei vor allem an die Börsenbetreiber gerichtet, die wie die Deutsche Börse sowie der Mailänder und Madrider Börse alle Dienste rund um den Aktienhandel anbieten. Derzeit seien die Kosten für grenzüberschreitende europäische Transaktionen rund sechs Mal so hoch wie reine inländische, hieß es weiter.

Frist bis zum Sommer

Die Börsenbetreiber hätten bis zum Sommer Zeit, selbst die Kosten zu senken, bevor die Kommission eingreife, schreibt die Zeitung. Für die EU sind niedrigere Kosten im Wertpapierhandel eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen einheitlichen europäischen Finanzmarkt.

Im Februar hatten Banken- und Finanzverbände die Kommission aufgefordert, die Macht der Betreiber mit einer so genannten Silo-Struktur zu begrenzen. Unter "Silos" versteht man Börsen, die Aktienhandel, Wertpapierabwicklung- und Abrechnung (clearing und Settlement) aus einer Hand anbieten. (APA/dpa)

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