Fraport plant nach Gewinnsprung neues Sparprogramm

16. März 2006, 15:59
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Der Frankfurter Flughafenbetreiber übertraf seine im November heraufgesetzen Jahresziele, enttäuschte aber Analysten - Unsicherheitsfaktor Vogelgrippe

Frankfurt - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat Umsatz und Gewinn im vorigen Jahr deutlich gesteigert und will deshalb seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Zur weiteren Verbesserung der Ergebnisse plant das Unternehmen noch in diesem Jahr ein neues Sparprogramm.

Details zu den Maßnahmen und dem Umfang wolle das Unternehmen im August vorlegen, heißt es in einer am Dienstagmorgen von Fraport im Internet veröffentlichten Präsentation zu den Bilanzzahlen für 2005.

Europas zweitgrößtes Flughafenunternehmen erhöhte im vorigen Jahr vor allem dank eines Passagierwachstums in Frankfurt seinen Umsatz um 4,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 6,1 Prozent auf 547,5 Millionen Euro zu. Der Jahresüberschuss kletterte sogar um 17,4 Prozent auf 161,5 Millionen Euro.

Probleme in Antalya

Fraport übertraf damit seine im November leicht heraufgesetzten Jahresziele von fünf Prozent mehr Ebitda und zehn Prozent mehr Gewinn. Analysten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Anstieg des Ebitda und mit einer fast 20-prozentigen Steigerung des Jahresüberschusses gerechnet. Negativ wirkten sich vor allem die Probleme mit der Passagierverteilung am Flughafen Antalya in der Türkei aus, wo Fraport einen von zwei Terminals betreibt.

Dividende

Das Unternehmen werde an seine Aktionäre, darunter auch die Deutsche Lufthansa mit einem Anteil von fünf Prozent, erneut rund die Hälfte des Gewinns ausschütten. Deshalb werde der Vorstand für 2005 eine Dividende von 90 Cent je Aktie vorschlagen, 15 Cent mehr als im Jahr zuvor, teilte Fraport mit.

Für 2006 hielt sich der im MDax der mittleren Werte gelistete Flughafenkonzern mit konkreten Prognosen zurück. Grund dafür seien die Probleme im türkischen Antalya und die Vogelgrippe als weiterer Unsicherheitsfaktor, erläuterte Finanzvorstand Stefan Schulte. Für den Flughafen Frankfurt rechne Fraport mit rund eine Million oder zwei Prozent mehr Passagieren. Allein die Fußball-Weltmeisterschaft werde rund 500.000 zusätzliche Fluggäste bringen. Umsatz und Ebitda sollen ebenfalls steigen, der Jahresüberschuss deutlich, sagte Schulte. Eine Größenordnung nannte er nicht.

Einbruch bei Passagierzahlen

Im türkischen Antalya hat Fraport im vorigen Jahr aufgrund eines massiven Passagierrückgangs an seinem Terminal 32 Millionen Euro Umsatz verloren. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei deswegen um 23 Mio. Euro gesunken, sagte Schulte. Mit Inbetriebnahme eines zweiten Terminals ohne Fraport-Beteiligung wurden die Passagiere ungleich verteilt. Am Fraport-Terminal sank 2005 die Zahl der Fluggäste um mehr als die Hälfte auf gut fünf Millionen. Schulte sagte, er rechne damit, dass im nächsten Monat die Passagiere wieder gleichmäßig auf beide Terminals verteilt werden. Es fehle aber noch eine Unterschrift.

Der Fraport-Vorstand wollte die Zahlen für 2005 und die weitere Strategie am Vormittag auf einer Bilanzpressekonferenz in Frankfurt erläutern. (APA/Reuters)

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