Straße oder Korridor im Traisental

10. März 2006, 08:52
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Pröll und Gorbach freuen sich über S 34-Startschuss - Grüne skeptisch

St. Pölten - "Mit dem Bau der Traisental-Schnellstraße werden 3500 Arbeitsplätze abgesichert", verkündete Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) am Montag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Infrastrukturminister Hubert Gorbach (BZÖ). Die vierspurige S 34-Trasse mit Pannenstreifen und Mitteltrennung führt vom Knoten St. Pölten bis Wilhelmsburg-Nord.

Die ab 2007 geplante Errichtung des 9,3 Kilometer langen, rund 170 Millionen Euro teuren Straßenabschnittes der S 34 wurde durch die Aufnahme in das Bundesstraßengesetz ermöglicht. In weiterer Folge soll auch der neun Kilometer lange Abschnitt von Wilhelmsburg nach Traisen, die Traisentalstraße B 334, ausgebaut werden.

Ministerratsbeschluss

Dass die S 34 zügig fertig werden soll, hat am 23. Februar der Ministerrat beschlossen, zusammen mit der Aufnahme zwei weiterer niederösterreichischer Straßenprojekte in Bundeskompetenz: Der Marchfeld-Schnellstraße (S 8) von Wien über Marchegg bis Bratislava sowie der Weinviertelschnellstraße, die die B 303 von Hollabrunn bis Kleinhaugsdorf in Richtung Tschechien verlängern soll.

Pröll und die Regierungsmitglieder feierten diesen Schritt als großen Erfolg, doch die Opposition im Land widersprach: "Das war ein Kniefall vor der Frächterlobby und ein Affront für die niederösterreichischen Pendler", ärgerte sich etwa Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Fasan. Eine Kritik, die er am Montag präzisierte: "Die S 34 ist der erste Abschnitt eines neuen Nord-Süd-Straßenkorridors von der tschechischen Grenze bis hinunter in die Steiermark".

Wagram-Überbrückung fehlt

Dieser solle auf der B 303 und ab Hollabrunn auf der S 5 verlaufen, dann über die Donau auf der geplanten Brücke bei Traismauer und weiter über die S 33 bis St. Pölten - und dann eben weiter über Wilhelmsburg nach Traisen und noch südlicher. "Das einzige, was planungsmäßig noch fehlt, ist die Verbindung über den Wagram", meint Fasan. Am Wagram hätten sich Anrainer bisher erfolgreich gegen Straßenausbaupläne gewehrt.

Bei Traisen, so hatte Grünen-Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser Ende Jänner gemutmaßt, sei mittelfristig zudem eine Abzweigung in einen zweiten "Ring um Wien" in Gestalt einer Direktverbindung zur Südautobahn geplant (DER STANDARD berichtete). Doch im Land hatte man einen solchen Plan ebenso abgestritten wie jenen des Nord-Südkorridors. (bri, DER STANDARD Printausgabe, 07.03.2006)

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