Wissen: "Quarantänestation" Nickelsdorf

7. März 2006, 13:00
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Rund 170 gefährdete Katzen werden beobachtet und sollen neue Erkenntnisse bringen

Wien/Nickelsdorf - Wo früher hauptsächlich Rinder vor der Einfuhr nach Österreich auf mögliche Krankheiten untersucht worden waren, werden sich bald rund 170 Katzen aus dem Grazer Tierheim Arche Noah tummeln: Es handelt sich um jene Population, die sich möglicherweise mit dem H5N1-Virus infiziert haben könnte. Die Tiere werden gegen 19.00 Uhr in die ehemalige Grenzquarantänestation gebracht und dort unter wissenschaftlicher Aufsicht untersucht. Davon erhofft man sich auch neue Erkenntnisse über die Verbreitung der Krankheit bei den Vierbeinern.

Die Tiere werden in der Station genau beobachtet und auch beprobt, sagte Univ.-Prof. Dr. Johann Thalhammer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der vom Gesundheitsministerium mit der Arbeit beauftragt worden ist, im Gespräch mit der APA. Bei allen Katzen nehmen die Forscher Rachenabstriche, um zu klären, ob das H5N1-Virus vorhanden ist. Sollte dieser Test positiv ausfallen, werden weiters Blutproben genommen und der Kot untersucht.

Erkenntnisse über Verbreitung des Virus

Für die Wissenschaft ist diese Art "Labor" eine interessante Gelegenheit, erklärte Thalhammer. Aufschlüsse erwarte man sich vor allem über die Verbreitung des Virus unter den Tieren. Es sei auch "wichtig zu sehen, wenn sie (die restlichen Katzen, Anm.) nicht infiziert worden sind", sagte er. Schließlich hätten die Tier in dem Grazer Tierheim auf engem Raum zusammengelebt. Geklärt soll aber vor allem der Gesundheitszustand der Katzen werden, um sie im Fall des Falles wieder ins Tierheim zurückschicken zu können.

Die Quarantänestation am Grenzübergang Nickelsdorf ist vor EU-Beitritt Ungarns vor allem dazu benutzt worden, importiertes Schlachtvieh unter Beobachtung zu halten, bevor dieses für den österreichischen Markt zugelassen wurde. Die Bundeseinrichtung wurde nun für die Untersuchung der Katzen reaktiviert. (APA)

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