Weißrussische Oppositionskandidaten beklagen Medienzensur

13. März 2006, 16:27
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Staatsfernsehen wies Vorwürfe zurück

Vor der Präsidentschaftswahl in Weißrussland in knapp zwei Wochen haben zwei Oppositionskandidaten die Zensur ihrer Aussagen in den Landesmedien angeprangert. Von einem 30-minütigen Fernsehwahlspot Alexander Kosulins seien sieben Minuten weggeschnitten worden, sagte seine Sprecherin am Montag in Minsk. In dem zensierten Abschnitt habe Kosulin die Berufung des Sohnes von Präsident Alexander Lukaschenko zu dessen Sicherheitsberater kritisiert.

Außerdem habe der Oppositionelle Lukaschenkos Äußerungen über Adolf Hitler in einem "Handelsblatt"-Interview aufgegriffen. In dem mehrere Jahre alten Interview hatte Lukaschenko gesagt, nicht alles in Nazi-Deutschland sei schlecht gewesen. Das Staatsfernsehen wies die Vorwürfe zurück. Kosulin habe keine Belege für seine Aussagen eingereicht, sagte ein Sprecher.

"Letzte Diktatur in Europa"

Auch der Oppositionskandidat Alexander Milinkewitsch beschwerte sich bei der Wahlkommission. Eine Fernsehansprache, in der er sich über die mangelnde Bildung Lukaschenkos lustig gemacht habe, sei unterbrochen worden, sagte Milinkewitschs Sprecher.

Bei der Wahl am 19. März wird ein Sieg Lukaschenkos erwartet, der das Land seit zwölf Jahren autoritär regiert. Er hatte eigens die Verfassung geändert, um erneut kandidieren zu können. Die USA bezeichnen Weißrussland als "letzte Diktatur in Europa". (APA/AFP)

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