Lynch-Omas und Rock-Opas

6. März 2006, 21:02
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"Magic Life"-Fantasien von Dolores Schmidinger in "Warum nennen s' mich Dolores?" - Theater Akzent

Im Jahr des 60. Geburtstags darf man schon einmal öffentlich über sich selbst räsonieren. Dolores Schmidinger tut dies zurzeit mit dem Programm Warum nennen s' mich Dolores?, das soeben in der VHS Meidling Premiere hatte und nun im Rahmen des Außenbezirke-Programms des Volkstheaters auf Tour durch die Stadt geht. Also wird munter drauflos geplaudert und gesungen (Klavier: Bernhard van Ham), von der frühen Bezugsperson jener berüchtigten Großmutter berichtet, die als Hobby der Selbstjustiz frönte und den Topfenstrudel mit dem Samurai-Schwert portionierte. Oder: Von den Anfängen einer Jungschauspielerin, die sich sogar in einsilbige Stubenmädchenrollen mit der ganzen Intensität des "Method Acting" einlebte. So weit, so unterhaltsam - und zumindest halblustig. Schade, dass im weiteren Verlauf der autobiografische rote Faden dann doch ziemlich zerfasert:

In einem "Magic Life"-Club bringt ein vermeintlicher Grieche lüsternen Urlauberinnen den Sirtaki bei, in einem Döblinger Coiffeursalon parliert ein High-Society-Töchterlein über polterabendliche Verirrungen - schließlich verweisen die Themen Alzheimer und Rock-Greise (Rolling Stones im Jahr 3010) auf eine Beschäftigung mit dem Prozess des Älterwerdens. Summa summarum ergibt das ein seltsam halbfertiges Programm mit gelungenen Einzelmomenten. (felb/DER STANDARD, Printausgabe, 07.03.2006)

8.-10. 3.
Akzent
4., Theresianumgasse 18
dann auf Tour durch die Außenbezirke
01/523 05 89-77
19.30 Uhr
  • Artikelbild
    foto: theater akzent/lalo jodlbauer
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