China will Wirtschaftswachstum weiter zügeln

23. März 2006, 09:05
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Bis 2011 solle die Wirtschaft pro Jahr nur noch um 7,5 Prozent zulegen - Umweltschutz und Armutsbekämpfung als weitere Ziele

Peking - China will sein Wirtschaftswachstum weiter zügeln, um eine Inflation zu verhindern. Bis 2011 solle die Wirtschaft pro Jahr nur noch um 7,5 Prozent zulegen, kündigte der zuständige Minister Ma Kai am Montag am Rande der Sitzung des Nationalen Volkskongresses an. Als weitere Ziele nannte die Regierung in ihrem neuen Fünfjahresplan eine gleichmäßigere Verteilung des Wohlstands und einen verstärkten Umweltschutz.

China werde sich in den kommenden Jahren darauf konzentrieren, die Unternehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, anstatt weiter nach Expansion zu streben, sagte Ma, der Vorsitzende des Entwicklungs- und Reformausschusses. Das Wirtschaftswachstum in China liegt bereits seit Jahren bei neun Prozent und mehr. Dennoch blieb die Inflation bislang unter Kontrolle.

Tiefe Kluft zwischen Land- und Stadtbevölkerung

Die Regierung wolle sich stärker als bisher für die Umwelt einsetzen, sagte Ma weiter. "Wir wollen alle mehr saubere Luft einatmen", erklärte er. "Wir wollen morgen nicht einen zu hohen Preis für unser heutiges Wachstum zahlen." Außerdem müsse die soziale Kluft zwischen Stadt- und Landbevölkerung verringert werden. Ministerpräsident Wen Jiabao kündigte bereits in seiner Eröffnungsrede am Sonntag ein umfangreiches Investitionsprogramm für die verarmten ländlichen Regionen an.

Vor der Großen Halle des Volkes in Peking, in der der Volkskongress tagt, wurden am Montag fünf Demonstranten festgenommen. Die drei Frauen und zwei Männer versuchten, in das Gebäude zu gelangen, wo sie offenbar Flugblätter verteilen wollten. Die Tagung steht unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, rund 15.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

Der Nationale Volkskongress tritt einmal jährlich für zehn Tage zusammen. Die wichtigste Aufgabe der Delegierten ist es, von der kommunistischen Partei beschlossene Gesetzesvorhaben zu verabschieden. Die Parlamentarier werden nicht gewählt, sondern von der Partei bestimmt. (APA/AP)

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