Fünf Tote bei israelischem Luftangriff auf Extremisten

8. März 2006, 19:16
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Zwei Tote durch Explosion im Gazastreifen - Hamas-Mehrheit hebt Entscheidungen des alten Parlaments auf - Chirac lehnt Sanktionen gegen die Hamas ab

Jerusalem/Riad - Ein israelischer Luftangriff und eine Explosion haben am Montag im Gazastreifen mindestens sieben Menschen das Leben gekostet. Der gezielte Raketenangriff auf ein Auto in Gaza-Stadt richtete sich gegen palästinensische Extremisten, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sprach sich unterdessen dagegen aus, wegen des Wahlsiegs der radikalislamischen Hamas Sanktionen gegen die palästinensische Autonomiebehörde zu verhängen.

Fünf Tote bei Luftangriff

Bei dem Luftangriff wurden zwei Mitglieder der militanten Organisation Islamischen Dschihads sowie drei Passanten getötet, wie palästinensische Ärzte mitteilten. Unter den Opfern seien auch zwei Jungen im Alter von acht und 15 Jahren. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. Die israelischen Streitkräfte erklärten, einer der Getöteten sei an Raketenangriffen gegen Israel beteiligt gewesen. Ein Sprecher des Islamischen Jihads kündigte Vergeltung an.

Zwei Jugendliche bei Explosion getötet

Zuvor wurden bei einer Explosion im Gazastreifen laut Angaben der palästinensischen Polizei zwei Jugendliche getötet. Die beiden 15 und 16 Jahre alten Brüder hätten in einem Tal gespielt, als ein Sprengsatz detoniert sei. Die israelischen Streitkräfte erklärten, sie seien an dem Zwischenfall in der Nähe des Flüchtlingslagers Bureij nicht beteiligt gewesen.

Chirac gegen Sanktionen

Chirac sagte am Montag bei einem Besuch in der saudiarabischen Hauptstadt Riad, unter Sanktionen gegen die Autonomiebehörde hätte vor allem das palästinensische Volk zu leiden. Er wandte sich damit indirekt gegen Drohungen der USA und der Europäischen Union, nach der Bildung einer Hamas-geführten Regierung ihre Unterstützungszahlungen an die Autonomiebehörde einzustellen.

Zugleich rief der französische Staatspräsident die Hamas dazu auf, die von Washington und der EU formulierten Bedingungen für eine weitere Unterstützung umzusetzen: "Man kann nicht eine Regierung anerkennen, die sich Gewalt zum Ziel setzt", sagte Chirac. Zudem müsse die Hamas die Existenz des Staates Israel anerkennen und die von der bisherigen palästinensischen Regierungspartei Fatah geschlossenen Friedensabkommen übernehmen.

Wolfensohn warnte vor humanitärer Katastrophe

Auch der Nahost-Vermittler James Wolfensohn erklärte, ein Stopp der Zahlungen an die Palästinenser würde zu einer humanitären Katastrophe führen. Möglicherweise müssten künftige Hilfen an einer Hamas-geführten Regierung vorbei geleitet werden, sagte Wolfensohn. Die Hamas dürfe nicht von der Unterstützung profitieren, so lange sie nicht zum Gewaltverzicht bereit sei und das Existenzrecht Israels anerkenne. (APA/AP/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das völlig ausgebrannte Auto der mutmaßlichen Extremisten in Gaza-Stadt.

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