Niederlande planen Abschiebung iranischer Homosexueller ins Heimatland

6. März 2006, 14:41
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Ministerin Verdonk: Todesstrafen nicht "einzig und allein" aufgrund einer Homosexualität verhängt

Den Haag - Die Niederlande wollen iranische Homosexuelle nach Ablehnung ihres Asylantrags künftig wieder in den Iran abschieben, obwohl dort Homosexualität mit dem Tode bestraft werden kann. Einwanderungsministerin Rita Verdonk informierte das Parlament in Den Haag am Freitag über ihre Absicht, ein für Homosexuelle eingerichtetes Abschiebe-Moratorium aufzuheben. Das Moratorium war nach der Hinrichtung von zwei Homosexuellen im Iran im vergangenen Sommer erlassen worden.

Die Verurteilten seien nach Darstellung Teherans nicht wegen ihrer sexuellen Neigung gehängt worden, sondern wegen der Entführung und Vergewaltigung eines Minderjährigen, erklärte Verdonk. Es sei jetzt klar, dass Hinrichtungen und Todesstrafen im Iran nicht "einzig und allein" deshalb verhängt würden, weil ein Angeklagter Homosexueller sei.

Allerdings ist Homosexualität unter der Scharia, dem im Iran praktizierten islamischen Recht, mit der Todesstrafe bedroht, wenn erwachsene und geistig gesunde Homosexuelle im beiderseitigen Einverständnis wiederholt Geschlechtsverkehr haben. Der niederländische Homosexuellenverband bezeichnete Verdonks Pläne als "empörend". (APA)

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