Deutscher verfütterte Leiche eines 73-Jährigen an seine Schweine

7. März 2006, 15:13
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Tod des Mannes aus Geldnot verschwiegen - Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Betrug

Fritzlar - Ein 29-jähriger Bauer aus dem nordhessischen Fritzlar in Deutschland hat den Tod eines 73-jährigen über ein Jahr lang verschwiegen und die Leiche des Mannes teilweise an seine Schweine verfüttert. Der geständige 29-Jährige sagte aus Geldnot nichts über den Tod des Mannes im Februar 2005, um so weiter über dessen Konto verfügen zu können, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Er fror den Toten demnach zunächst in seiner Tielfkühltruhe ein und entschloss sich dann, den Leichnam an seine Schweine zu verfüttern. Zudem täuschte er auf Grund von zahlreichen Nachfragen von Dorfbewohnern nach dem Mann schließlich eine Urnenbeisetzung vor.

Die Mutter des Landwirts hatte sich zunächst um den verwitweten Mann gekümmert und eine Vollmacht über seine Geldgeschäfte gehabt. Nach ihrem Tod ging diese demnach auf den Sohn über. Nachdem der 73-Jährige auf dem Hof gestorben war, verfügte der 29-Jährige auch über dessen auf dem Konto eingehenden Rentenzahlungen. Auf Nachfragen von Mitbewohnern des Dorfes gab der Landwirt an, dass der Mann in ein Pflegeheim gegangen sei. Im Sommer vergangenen Jahres entschloss er sich schließlich, die Leiche verschwinden zu lassen. Er verfütterte sie schließlich an seine Schweine, weil er gelesen hatte, dass Buddhisten ihre Verstorbenen verbrennen oder wilden Tieren vorwerfen. Die sterblichen Überreste, die die Schweine nicht gefressen hatten, versteckte er in einem Sack in seiner Scheune.

Als Dorfbewohner weiter nach dem Mann fragten und ihn im Pflegeheim besuchen wollten, inszenierte er ein Scheinbegräbnis. Als der Pfarrer der Gemeinde im Urlaub war, täuschte er dann vor einigen Bewohnern selbst eine Urnenbestattung vor. Der Vorsitzende des Friedhofsausschusses wandte sich daraufhin an die Polizei, die am vergangenen Freitag die sterblichen Überreste des Mannes auf dem Hof entdeckte. Der 29-Jährige wurde zunächst wegen des Verdachts festgenommen, den 73-Jährigen getötet zu haben. Am Samstag wurde er aber aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn nun wegen Störung der Totenruhe und Betrugs. (APA/AFP)

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