Nicht-kodierende RNA und die Gefährlichkeit von Bakterien

13. März 2006, 13:14
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EU-weites Projekt unter der Koordination von Renee Schroeder untersucht den Zusammenhang

Wien - Durch die wachsende Zahl an Antibiotika-resistenten Keimen wächst der Bedarf an neuen Konzepten zur Bekämpfung von krank machenden Bakterien. Unter der Koordination von Renee Schroeder von den Max F. Perutz Laboratories startet nun ein EU-weites Projekt mit dem Titel BACRNAs zur Erforschung so genannter nicht-kodierender RNA-Moleküle und vor allem deren Wirkung auf die Gefährlichkeit von Bakterien.

Nicht-kodierende RNA-Moleküle sind Abschriften von Teilen der Erbsubstanz (DNA), die bis vor Kurzem noch als genetischer Müll bezeichnet wurde. Diese Teile werden nämlich nicht in bestimmte Eiweißkörper umgesetzt. Erst nach und nach erkennen die Genetiker aber, dass nicht-kodierende RNA etwa bei der Regulation verschiedenster Prozesse in der Zelle eine entscheidende Rolle spielen. So können sie etwa bestimmen, wann und wie kodierende Teile der DNA aktiviert werden.

Wirkungsweise(n) unter der Lupe

Die Arbeitsgruppen von BACRNAs haben sich nun zum Ziel gesetzt, nicht-kodierende RNA in krank machenden Bakterien - etwa Pseudomonas, Salmonella, Listeria oder Staphylococcus - zu identifizieren. Es soll geklärt werden, wie und wo diese Moleküle wirken und ob sich mögliche Angriffsziele für neue Medikamente auftun.

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Neben den Wissenschaftern der Perutz Laboratories - einer Kooperation der Uni und der Medizin-Uni Wien - sind Forscher aus Schweden, Frankreich und Israel sowie private Firmen beteiligt. (APA)

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