170 Katzen werden in Nickelsdorf untersucht

7. März 2006, 17:50
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Tiere wurden mit Verdacht auf H5N1-Virus aus der "Arche" abtransportiert - Eine Katze positiv getestet

Graz - 170 Katzen aus dem Tierheim "Arche" in Graz werden derzeit in der ehemaligen Grenzquarantänestation in Nickelsdorf auf Vogelgrippe-Verdacht untersucht. Von den drei Katzen aus dem Tierheim, die ursprünglich als mit dem H5N1-Virus infiziert galten, habe sich der Verdacht vorerst nur bei einem Tier bestätigt, hieß es am Dienstag.

Das H5N1-Virus könnte durch Futter übertragen worden sein. Wie Landesveterinärdirektor Wagner betonte, sei die Krankheit an sich noch nicht festgestellt. Die Rachentupferproben von 40 Katzen hätten das Vorhandensein des Virus am Probendatum (22.2.) im Rachenraum bestätigt, in einem Fall sei dies eine Woche später wiederholt der Fall gewesen. Ausscheidungen seien bisher nicht untersucht worden.

Infektion durch Futter "wahrscheinlichste Variante"

Er könne sich nicht schlüssig erklären, wie die Infektion vor sich gegangen sein könnte, so Tierheim-Leiter Oster. Vielleicht habe ein Wildvogel Kontakt über Ausscheidungen mit den Futtervorräten gehabt, spekulierte Oster. Auch von tierärztlicher Seite wurde die indirekte Infektion über Futter als die wahrscheinlichste Variante angesehen.

Empfehlung: Hausarrest

Der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger unterstrich, dass man im Zusammenhang mit der Vogelgrippe nicht vorsichtig genug sein könne. Als "Empfehlung" gab er an die Katzenhalter in den Schutz- und Überwachungszonen weiter, sie mögen ihre Tiere nicht unkontrolliert ins Freie lassen und streunende oder krank erscheinende Tiere nicht ins Haus lassen und anfassen. Auch die inzwischen stillgelegte Vogelgrippe-Hotline des Landes (0316/ 877-6553) wurde wieder in Betrieb genommen.

EU-Kommission: "Kein Grund zur Hysterie"

Die EU-Kommission zeigt sich über das Auftreten des Vogelgrippe-Virus H5N1 in Katzen in einem Grazer Tierheim nicht alarmiert. Dies sei "kein Grund zur Hysterie" sagte ein Kommissionssprecher auf APA-Anfrage. Die Tatsache, dass die Katzen leben, könne auch ein guter Ausgangpunkt für weitere Forschung über das Virus sein.

Dass die österreichischen Behörden auch in den Risikogebieten keine Hauspflicht für Katzen verordnet haben, ist laut EU-Kommission kein Problem. Die vergangene Woche von den EU-Veterinären empfohlenen Maßnahmen seien nicht bindend.

Tierheim-Beschäftigte untersucht

Im nunmehr wieder gesperrten Tierheim werden die Beschäftigten erneut einer amtsärztlichen Untersuchung unterzogen. Schon bei den Verdachtsfällen beim Federvieh waren laut Landessanitätsdirektor Odo Feenstra Maßnahmen der Blutprophylaxe erfolgt. "Krank ist von uns keiner gewesen, nicht einmal verkühlt", so Obmann Oster. Seuchenteppiche wurden im Tierheim ausgelegt, der gesamte - jetzt verwaiste - Katzenbereich desinfiziert.

Wie es mit den Tieren in der Quarantänestation weitergehe, kann laut Oster noch nicht gesagt werden: "Wir wollen sie aber auf jeden Fall wieder zurück haben". Ein Tierarzt, den er beauftragen wolle, werde alles genau begleiten: "Die Tiere sind nach wie vor Eigentum der Arche Noah und über fremdes Eigentum darf nicht einfach frei verfügt werden", so der Obmann kämpferisch.

Keine Katzen aufgenommen

"In drei bis vier Wochen soll der Katzenbetrieb wieder voll beginnen", gab sich Oster am Dienstag im APA-Gespräch optimistisch. Bis dahin dürfen keine Katzen aufgenommen werden. In Notfällen würden die Tiere an Katzenpensionen weitervermittelt werden. Auch das Tierheim in der Grabenstraße würde sich der Obdachlosen noch annehmen. "Dort wird es aber auch bald voll sein", ist sich der Arche-Leiter sicher. (APA)

Info

Steirische Vogelgrippe-Hotline:
0316/877-6553
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