VCÖ fordert höheren Malus für Diesel-Pkw ohne Filter

10. März 2006, 08:52
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Zwei von drei neu gekauften Diesel-Pkw ohne Partikelfilter - VCÖ und ARBÖ für strengere Abgaswerte auf EU-Ebene

Wien - Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) tritt für einen höheren Malus für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter ein. Zwei von drei neu gekauften Diesel-Pkw hätten keinen Partikelfilter. Zudem fordert der VCÖ auf EU-Ebene strengere Abgasgrenzwerte, so dass Diesel-Pkw ohne Partikelfilter gar nicht auf den Markt kommen. Partikel der Diesel-Abgase würden besonders gesundheitsschädlich sein.

Laut VCÖ stehe den Autokäufern mittlerweile eine relativ große Auswahl von Modellen mit serienmäßig eingebauten Partikelfiltern zur Verfügung. "Bereits 269 Modelle von 27 verschiedenen Marken haben serienmäßig einen Rußpartikelfilter", so VCÖ-Experte Rauh. Ziel müsse es sein, dass kein Diesel-Pkw ohne Filter auf den Markt kommen kann.

Im Jänner wurden in Österreich 15.688 neue Diesel-Pkw zugelassen. Davon waren 33 Prozent mit einem Partikelfilter ausgestattet. "Das sind zwar mehr als im Vorjahr, als nur 9 Prozent der Dieselneuwagen bonusfähig waren, aber immer noch viel zu wenig", kritisiert der ARBÖ am Montag in einer Presseaussendung.

Österreich hat im Jänner damit immerhin einen ähnlich großen Anteil von Dieselneuwagen mit Partikelfilter erreicht wie Deutschland im abgelaufenen Jahr. In Deutschland waren im Vorjahr 34 Prozent der neu zugelassenen Dieselfahrzeuge mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet.

Ende Jänner wurden in Österreich mehr Modelle mit Partikelfilter angeboten, als noch Ende 2005. Laut Eurotax glass's haben mittlerweile 40 Prozent der 3.407 angebotenen Pkw-Diesel-Modelle einen Partikelfilter, verglichen mit 35 Prozent zu Jahresbeginn, so der ARBÖ. Während bei den "großen" Diesel-Pkw (über 80 kW) schon 51 Prozent über einen Partikelfilter verfügen, sind es bei den kleineren Modellen erst 24 Prozent.

Der ARBÖ tritt mit Nachdruck dafür ein, die Abgaswerte auf EU-Ebene zu verschärfen und die entsprechende Euro-5-Norm schon 2008 einzuführen und nicht erst - wie derzeit geplant - im Jahr 2010. Österreich soll die Zeit der EU-Präsidentschaft dazu nützen und die nötigen Beschlüsse auf EU-Ebene vorantreiben. "Würde die verkürzte Übergangsfrist heuer beschossen, hätte die Autoindustrie noch genügend Zeit, sich darauf einzustellen", so der Autofahrerklub. (APA)

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