Schwere Kämpfe im Grenzgebiet zu Afghanistan

13. März 2006, 14:46
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Armee sucht nach Organisatoren des Aufstands - Insgesamt bis zu 140 Rebellen getötet

Mir Ali - Nach schweren Kämpfen zwischen pakistanischen Soldaten und Taliban-Anhängern im Norden Pakistans hat die pakistanische Armee am Dienstag nach den beiden mutmaßlichen Drahtziehern des Aufstands gesucht. "Wir fahnden sehr aktiv nach den beiden Hauptschuldigen, den Mullahs Abdul Khaleq und Sadiq Noor", sagte ein Vertreter der pakistanischen Sicherheitskräfte. Bisher gebe es jedoch keinen Anhaltspunkt für deren Aufenthaltsort. In der Nacht auf Dienstag kam es in der umkämpften Stadt Miranshah an der Grenze zu Afghanistan trotz einer Ausgangssperre erneut zu gelegentlichen Kämpfen. Die Armee überflog die Stadt mit Kampfhubschraubern. Die Stromversorgung war unterbrochen.

Verhandlungen zwischen den örtlichen Behörden und den Stammeschefs verliefen schwierig. Die Stammesführer könnten nicht garantieren, dass die Rebellen die Kämpfe einstellten, sagte Stammeschef Malik Inamullah.

Zudem seien bei einer Zusammenarbeit mit der Regierung in Islamabad Repressionen von Seiten der Rebellen zu befürchten. Nach Angaben von Inamullah haben sich die islamistischen Rebellen in die angrenzenden Berge zurückgezogen. Der gesuchte Khaleq, der in Miranshah eine Koranschule leitete, hatte nach einer Militäroffensive der pakistanischen Armee gegen islamistische Rebellen am Mittwoch zum "Heiligen Krieg" (Jihad) aufgerufen.

Noor, ebenfalls Leiter einer Koranschule nahe Miranshah, hatte sich am Samstag der Rebellion angeschlossen, um Armeestützpunkte in der Region anzugreifen. Bei den jüngsten Kämpfen in der Provinz Nord-Waziristan handelt es sich um die schwersten in der Region seit der Niederwerfung des Taliban-Regimes durch die US-geführte Militärintervention in Afghanistan Ende 2001.

140 Rebellen getötet

In den vergangenen Tagen seien bis zu 140 Rebellen getötet worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung in Peshawar dem britischen Sender BBC. Nach dreitägigen Gefechten war die Armee nach eigenen Angaben am Montag in Miranshah im Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan eingerückt.

Bei seinem ersten Besuch in Pakistan hatte US-Präsident George W. Bush am Samstag Staatschef Pervez Musharraf um weitere Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus gebeten. Mit ihrem militärischen Vorgehen gegen mutmaßliche Terroristen in Pakistan haben sich die USA erst vor einigen Wochen heftige Kritik eingehandelt, als bei einem US-Luftangriff Zivilpersonen getötet wurden.

Frauen und Kinder getötet

Der Angriff hätte dem Al-Kaida-Führer Ayman al-Zawahiri gelten sollen, statt ihm kamen jedoch Frauen und Kinder ums Leben. Gemäßigte und radikale Kräfte in Pakistan beteiligten sich in ungewohnter Einheit an Protesten gegen die Vereinigten Staaten.

Pakistans Regime ist einer der engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Musharraf hatte vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA die ultrafundamentalistischen Taliban unterstützt, die in Afghanistan mit Hilfe pakistanischer Geheimdienste an die Macht gekommen waren. (APA)

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