Porträt: Philip Seymour Hoffman

6. März 2006, 12:08
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Spezialist für schwierige Typen - 38-jähriger US-Schauspieler ohne Angst vor Hässlichkeit

Hollywood - Er entspricht so gar nicht dem Bild des strahlenden Filmstars und ist eine Ikone des amerikanischen Independent-Kinos: Philip Seymour Hoffman ist klein, dicklich und wirkt stets etwas unwohl und verschwitzt. Bisher galt der heute 38-jährige Amerikaner als Spezialist für extreme Nebenrollen, in denen er stets ein ganz besonderes Kraftfeld um sich herum entwickelte und die Hauptdarsteller an seiner Seite blass aussehen ließ. Eine seiner ersten Hauptrollen als Truman Capote brachte Hoffman nun den ersten Oscar seiner Karriere.

Spezialist für unglückliche und einsame Kerle

Mit unglaublicher Präsenz und ohne Angst vor Hässlichkeit hat sich Hoffman seit Jahren als Idealbesetzung für schwierige, komplizierte Typen etabliert. In "Capote" schrumpft sein massiger Körper buchstäblich zusammen, er bewegt sich geziert und spricht mit näselnder Fistelstimme. In allen Filmen von Paul Thomas Anderson ("Magnolia", "Boogie Nights") spielt er unglückliche und einsame Kerle, vor drastischen Szenen schreckt er nie zurück. Starke Auftritte hatte er auch in "Der talentierte Mr. Ripley", "The Big Lebowski" oder "Happiness".

Filmdebüt 1991

Seit seinem Debüt 1991 hat Hoffman in mehr als 40 Filmproduktionen mitgewirkt und zusätzlich Theater gespielt und inszeniert. Bei einem frühen Theaterprojekt im College lernte er vor über 20 Jahren auch den späteren "Capote"-Regisseur Bennett Miller und den Autor Dan Futterman kennen. Zur Zeit dreht er mit Tom Cruise den dritten Teil von "Mission Impossible". Hoffman, der zugibt, früher Alkohol- und Drogen-Missbrauch begangen zu haben, hat mit einer Freundin einen Sohn. (APA/dpa)

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