Schweizer Börse Vorwürfe wegen Markennamen virt-x

27. März 2006, 14:26
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Britische Technologiefirma OVM wirft SWX widerrechtliche Nutzung des Namens für elektronische Plattform vor

London - Um den von der Schweizer Börse für eine elektronische Handelsplattform benutzten Markennamen virt-x ist ein Streit entbrannt. Die britische Technologiefirma Oxford Virtual Markets (OVM) wirft der SWX vor, den Namen widerrechtlich zu benutzen.

OVM besitzt die Rechte an einer Handelsplatform namens VIRTEX. Möglicherweise muss die SWX mit Schadenersatzforderungen über einige Millionen Pfund rechnen, wie aus Dokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Laut den Unterlagen soll es 1998 und 1999 zwischen OVM und SWX Gespräche über ein Joint Venture gegeben haben.

In den Gespräche, an denen unter anderem die damalige Chefin Antoinette Hunziker-Ebneter und COO Jürg Spillmann teilgenommen hätten, sei Übereinstimmung darin erzielt worden, dass die Rechte an der Marke VIRTEX und die damit verbundene Technologie bei OVM und ihrer Tochter Advanced Transaction Systems liegen.

Die Gespräche seien nicht zu einem Ergebnis gekommen, aber SWX habe sich trotzdem des Markennamens Virt-x bedient, hieß es in den Unterlagen weiter.

OVM wollte keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher der Schweizer Börse sagte, es sei bekannt, dass es ein Verfahren gebe. "Wir glauben, dass wir in einer guten Position sind", so der Sprecher.

Um möglicherweise Schadenersatz zu erhalten, muss OVM nachweisen, dass das Verhalten der SWX nicht mehr den üblichen kaufmännischen Normen entsprochen hat.

Der Fall liegt im Moment beim britischen Marken-Register. Falls dort keine Einigung gefunden werden kann, kann OVM den Fall vor ein Gericht weiterziehen und Schadenersatz für entgangene Einnahmen geltend machen. (APA/sda/Reuters)

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