Papst-Attentat: Zweifel an Breschnjew-These

13. März 2006, 17:08
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Russischer Auslandsgeheimdienst: "Vollkommen absurd" - Italienische Linke wittert Wahlkampfmanöver

Moskau - Der Bericht eines italienischen Parlamentsausschusses, in dem der verstorbene sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnjew als Auftraggeber des Attentats auf Papst Johannes Paul II. vom 13. Mai 1981 genannt wird, ist vom russischen Auslandsgeheimdienst als "total absurd" zurückgewiesen worden. Laut dem italienischen Bericht soll der sowjetische Militärgeheimdienst GRU das von Breschnjew angeordnete Attentat organisiert haben.

Der Inhalt des Ausschuss-Berichts habe "nichts mit der Realität" zu tun, sagte der russische Geheimdienstsprecher Boris Labussow laut einer Meldung der Moskauer Nachrichtenagentur Interfax. Die umstrittene These wird auch nicht von allen italienischen Ausschussmitgliedern geteilt. Vertreter der linken Opposition vermuten dahinter ein Wahlkampfmanöver der Rechten. Die Schlussfolgerung sei durch keine dokumentarischen Beweise gestützt und solle offenbar nur dazu dienen, "den Kommunismus für alle Übel der Welt verantwortlich zu machen", um die Linke in Italien im Wahlkampf zu diskreditieren, sagte Ausschussmitglied Walter Bielli von der Demokratischen Linkspartei.

Der römische Parlamentsausschuss sollte ursprünglich die Tätigkeit des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Italien in der Zeit des Kalten Krieges beleuchten. Als Grundlage dafür dienten Aufzeichnungen des Überläufers Wassili Mitrochin, der 1992 in den Westen kam und eine Fülle selbst gefertigter Abschriften von Dokumenten aus dem KGB-Archiv mitbrachte. (APA/AFP)

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