Neuer Vorschlag aus Moskau

7. März 2006, 16:39
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Urananreicherung soll in geringem Umfang erlaubt werden

Wien - Die russische Regierung bereitet offenbar einen neuen Kompromissvorschlag zur Lösung des Streits über das iranische Atomprogramm vor. Wie am Montag aus Diplomatenkreisen am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA) in Wien verlautete, geht es dabei um Überlegungen, dem Iran doch eine Urananreicherung im eigenen Land zu gestatten. Allerdings sollte ein solches Programm nur in so geringem Umfang erlaubt werden, dass der Iran mit dem angereicherten Uran keine Atomwaffen herstellen könne.

Russland wolle die IAEO bitten zu ermitteln, inwieweit sich diese Gefahr bei einem begrenzten Programm zur Urananreicherung minimieren lasse, sagten mehrere Diplomaten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wolle diesen Vorschlag bei seinem Besuch in Washington erörtern, wo er noch am Montag erwartet wurde. Die US-Regierung sei aber dagegen, sagten die Diplomaten.

Prinzipieller Beschluss bereits im Februar

Prinzipiell hatte das Gremium hatte schon im Februar beschlossen, den Weltsicherheitsrat zu informieren. Der UNO-Sicherheitsrat sollte sich allerdings erst nach der bevorstehenden IAEO-Sitzung konkret mit dem Fall befassen. Der Iran will sein Programm zur Anreicherung von Uran auf jeden Fall fortsetzen. Ein Sprecher des iranischen Nationalen Sicherheitsrats relativierte jedoch Äußerungen des Atom-Chefunterhändlers Ali Larijani, der mit dem Austritt des Landes aus der Internationalen IAEO gedroht hatte.

Der Iran wolle die IAEO nicht verlassen, sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates. Larijani habe lediglich die grundsätzliche Frage gestellt, wieso ein IAEO-Mitglied davon abgehalten werden solle, einen Zugang zur friedlichen Nutzung der Kernenergie zu erhalten. (APA)

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