UN kritisiert Menschenrechtslage

9. März 2006, 20:05
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Berichte über exzessive Gewalt, willkürliche Inhaftierungen und spurloses Verschwinden von Menschen

Bagdad - Im Irak werden die Menschenrechte nach UN-Angaben massiv verletzt. Es gebe Berichte über exzessive Gewalt, willkürliche Inhaftierungen in illegalen Gefangenenlagern sowie über das spurlose Verschwinden von Menschen, sagte der UN-Gesandte Ashraf Dshehangir Kazi am Sonntag vor Journalisten in Bagdad. Viele der angeprangerten Taten gingen offenbar auf das Konto der Aufständischen. Allerdings sei es den Vereinten Nationen wegen der prekären Sicherheitslage im Lande bislang nicht gelungen, die einschlägigen Berichte zu verifizieren.

Widersprüchliche Zahlen über zivile Opfer

Kazi zufolge ist es vor allem unmöglich, präzise Angaben über die Zahl der getöteten Zivilpersonen bei den Anschlägen der letzten Jahre zu erhalten. Unterschiedliche Regierungsstellen verbreiteten hier widersprüchliche Informationen. Die Zahl der Todesopfer dürfte jedoch mehrere 10.000 betragen. Gerade bei den Bombenanschlägen und Mörserattacken handele es sich um eine gravierende Verletzung von Menschenrechten.

Nach Einschätzung des früheren UN-Gesandten John Pace haben die Menschenrechtsverletzungen im Irak heute das gleiche Ausmaß wie unter der Herrschaft des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein. Betroffen sei jedoch ein weit größerer Teil der Bevölkerung als früher, sagte Pace am vergangenen Donnerstag der Nachrichtenagentur AP in Sydney. Der Diplomat war bis Februar Direktor des Menschenrechtsbüros bei der UN-Vertretung im Irak.

Auch Kazi erklärte, dass sich die Menschenrechtslage seit dem Sturz des alten Regimes kaum verbessert habe. Dies gebe großen Anlass zur Besorgnis. (APA/AP)

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