Linde übernimmt BOC für 12,4 Milliarden Euro

17. März 2006, 15:37
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Teilweise durch Kapitalerhöhung finanziert

Berlin - Die Übernahme des britische Gaseanbieters BOC durch den Wiesbadener Technologiekonzern Linde steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor dem Abschluss. Die Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe) berichtete am Sonntag unter Berufung auf Verhandlungskreise, das Führungsgremium der Londoner BOC-Gruppe werde am Montag eine Empfehlung an die Aktionäre veröffentlichen, das Übernahme-Angebot der Linde AG in Höhe von 16 Pfund pro Aktie anzunehmen. Damit würde sich der Preis dem Blatt zufolge auf insgesamt 12,4 Milliarden Euro belaufen.

Ursprünglich hatte Linde nur 15 Pfund pro Aktie (rund elf Milliarden Euro) für den zweitgrößten Gase-Hersteller der Welt geboten. Die Offerte war von der Führung des britischen Gaseanbieters allerdings als zu niedrig eingestuft worden. Am Montag will Linde die Bilanz fürs Geschäftsjahr 2005 vorstellen.

Finanzierung teilweise durch Kapitalerhöhung

Wie die Zeitung weiter berichtete, soll die Transaktion nach dem Willen von Linde-Chef Wolfgang Reitzle teilweise durch eine Kapitalerhöhung finanziert werden. Geplant sei die Ausgabe neuer Aktien im Wert zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro. Zusätzlich könnte es aber noch eine "eigenkapital-ähnliche" Komponente der Finanzierung geben, hieß es weiter.

Dem Bericht zufolge soll Linde für das Eigenkapital der BOC umgerechnet 12,4 Milliarden Euro bieten - was laut "Welt" offenbar die Nettoverschuldung des britischen Konzerns in Höhe von 1,23 Milliarden Euro sowie die Pensionsverpflichtungen von knapp 500 Millionen Euro umfasse. Ob BOC-Chef Tony Isaac Mitglied im Linde-Vorstand werde, sei nach dem bisherigen Verhandlungsstand noch offen, hieß es weiter. Weder BOC noch Linde wollten sich am Sonntag zu der Angelegenheit äußern. (APA/AP)

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