Vogelgrippe weiter auf dem Vormarsch

8. März 2006, 09:07
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Bereits insgesamt 18 Fälle in der Bodensee-Region - Virus erreicht Polen - Weiteres Opfer in Indonesien

In der Bodensee-Region gibt es bereits 18 Vogelgrippe-Fälle, zudem wurden die ersten Ausbrüche in Polen registriert. In Deutschland hat die Vogelgrippe das geflügelreichste Bundesland Niedersachsen erreicht, zudem wurde ein toter Vogel mit dem H5N1-Virus im Gefängnis von Straubing entdeckt.

Tote Wildente in Bruck an der Mur

Eine tote Wildente ist auf dem Areal der Firma Norske Skog in Bruck an der Mur gefunden worden. Die Stadtfeuerwehr barg das Tier. Der Amtstierarzt veranlasste weitere Untersuchungen, um festzustellen, ob der Vogel mit dem H5N1-Virus infiziert gewesen ist. Erst am Freitag war bestätigt worden, dass eine Wildente, die im Mur-Stausee wegen auffälligen Verhaltens erschossen worden war, an Vogelgrippe erkrankt war. Rund um den Fundort wurde eine Schutz- und Überwachungszone errichtet.

Von den bisher 28 in der Steiermark bestätigten Geflügelpest-Fällen waren vor allem Schwäne aus dem Bereich des Stausees Mellach betroffen. Dazu kam Federvieh (Hühner, Enten, eine Gans) aus dem Grazer Tierheim Arche Noah sowie eine Moschusente im Raum Herberstein (Bezirk Hartberg).

18 Vogelgrippefälle in der Bodensee-Region

In der Bodensee-Region wurden bisher 18 Vogelgrippefälle registriert. Am deutschen Bodensee-Ufer waren es drei im Landkreis Konstanz und einer im Bodenseekreis (beide Baden-Württemberg) sowie zwei im Landkreis Lindau (Bayern). Auf Schweizer Bodensee-Seite wurden sieben Wasservögel mit der Tierseuche gefunden, in Bregenz fünf. Die Behörden rechneten wegen der intensiven Überwachung der Wildvögel mit weiteren Fällen.

H5N1-Virus nun auch im Süden Frankreichs In Frankreich hat sich die Vogelgrippe hat sich auf ein Gebiet an der Mittelmeerküste ausgeweitet. Ein toter Wildschwan, der am Dienstag in der Region Bouches-du-Rhone in der Camargue gefunden wurde, war mit dem H5N1-Virus infiziert, wie das Landwirtschaftsministerium am Sonntag erklärte. In der Region liegt die Hafenstadt Marseilles. Um das Gebiet sei eine Schutz- und Beobachtungszone eingerichtet worden.

Bislang waren in Frankreich lediglich in der Region Ain infizierte Wildvögel entdeckt worden. Dort wurde nach Angaben des Ministeriums eine weitere Wildente mit dem Erreger entdeckt. Damit waren in Frankreich mindestens 31 Wildvögel mit der Vogelgrippe infiziert.

Virus erreicht Polen

Unterdessen hat die Vogelgrippe nun auch Polen erreicht. Der polnische Landwirtschaftsminister Krzysztof Jurgiel sagte am Sonntag, das Virus H5 sei bei zwei toten Wildschwänen im Norden des Landes festgestellt worden. Ob es sich bei dem Erreger um die aggressive Variante H5N1 handelt, werde vom EU-Referenzlabor im britischen Weybridge überprüft.

In China erlag unterdessen ein weiterer Mensch der Vogelgrippe. Tests hätten bestätigt, dass ein am Donnerstag verstorbener 32-Jähriger dem Virus H5N1 erlegen sei, teilte das chinesische Institut für Atemwegserkrankungen in Guangzhou am Sonntag laut einem Bericht eines Hongkonger Fernsehsenders mit. Guangzhou ist die Hauptstadt der südchinesischen Provinz Guangdong (Kanton), die an die Sonderverwaltungszone Hongkong angrenzt.

Weiteres Opfer in Indonesien

Auch aus Indonesien wurde ein weiteres Opfer der Vogelgrippe gemeldet. Ein dreijähriger Bub sei nach ersten Untersuchungen an der Krankheit gestorben, teilte Hariadi Wibisono vom Gesundheitsministerium in Jakarta am Samstag mit. Die ersten örtlichen Testergebnisse sollen jetzt in einem Referenzlabor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Hongkong überprüft werden. Sollte dort das erste Ergebnis bestätigt werden, würde sich die Zahl der in Indonesien an Vogelgrippe gestorbenen Menschen auf 21 erhöhen.

Die indonesische Regierung hat unterdessen eine Massenimpfung von Geflügel angeordnet. Die Gouverneure aller von der Seuche betroffenen Provinzen seien aufgefordert worden, innerhalb eines Monats das Federvieh in ihren Landesteilen impfen zu lassen, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur Antara am Sonntag.

Elf Fälle in der Schweiz

In den Schweizer Kantonen Thurgau und Zürich tauchten am Sonntag vier weitere Fälle von Vogelgrippe auf. Das H5-Virus wurde bei zwei Enten in Steckborn sowie je einem Blässhuhn in den Gemeinden Diessenhofen und Feuerthalen nachgewiesen, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mitteilte. Die Zahl der Vogelgrippe-Fälle in der Schweiz erhöht sich damit auf elf. Mit dem Fall von Langwiesen ist erstmals der Kanton Zürich betroffen.

Deutschland: Tötung streunender Katzen gefordert

In Deutschland erreichte die Vogelgrippe das geflügelreichste Bundesland Niedersachsen: Dort wurde am Wochenende eine mit dem H5N1-Virus infizierte Graugans entdeckt. Der Geflügelwirtschaftsverband forderte die Tötung streunender Katzen. In den Vogelgrippe-Gebieten traten am Samstag besondere Schutzmaßnahmen in Kraft. In Konstanz berieten Experten aus den Ländern und Kantonen der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) über die aktuelle Situation in Bezug auf die Vogelgrippe. (APA/AP/dpa)

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