Telekomriese AT&T will US-Telefongesellschaft BellSouth kaufen

6. März 2006, 09:25
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Laut "New York Times" und "Wall Street Journal" für 65 Milliarden Dollar

Der amerikanische Telekomgigant AT&T will die drittgrößte US-Telefongesellschaft BellSouth für rund 65 Milliarden Dollar (54,1 Mrd. Euro) kaufen. Eine Transaktion könne bereits am Montag angekündigt werden, berichteten die "New York Times" und das "Wall Street Journal" am Sonntag in ihren Online- Ausgaben. AT&T würde mit einer Übernahme von BellSouth der mit Abstand größte US-Telekommunikationskonzern mit einem Umsatz von rund 125 Milliarden Dollar, 70 Millionen Telefon- und fast zehn Millionen Breitbandkunden, schrieb die "New York Times". Die Firmen nahmen dazu nicht Stellung.

Kosten

Der voraussichtliche Preis würde BellSouth nach Darstellung des "Wall Street Journal" mit mindestens 36 Dollar je Aktie bewerten, was ein Aufgeld von mindestens 15 Prozent gegenüber dem BellSouth-Kurs am Freitag von 31,46 Dollar bedeuten würde. Der Börsenwert der fusionierten Gesellschaft würde fast 160 Milliarden Dollar erreichen.

Omnipräsent

Das Einzugsgebiet des neuen Telefonriesen würde von Kalifornien bis Florida reichen. AT&T und BellSouth kontrollieren bereits gemeinsam die größte amerikanische Mobilfunkfirma Cingular Wireless und das Online-Gelbe-Seiten-Geschäft Yellowpages.com. AT&T würde damit den Hauptkonkurrenten Verizon weit überflügeln.

Der Zusammenschluss der beiden noch verbliebenen "Bell"- Gesellschaften wäre nach Darstellung der Zeitung "ein riesiger Schritt" bei der Wiederherstellung des Monopols, das in der US- Telefonbranche vor der Zerschlagung der alten AT&T im Jahr 1984 existierte. Die ursprüngliche AT&T, die auch als "MA Bell" (Mutter Bell) bekannt war, hatte jahrzehntelang ein amerikanisches Telefonmonopol.

Marke

Die frühere Telekom-Gesellschaft SBC Communications hatte erst im November die alte AT&T für 16 Milliarden Dollar übernommen und deren weitaus bekannteren Firmennamen angenommen.

Eine Übernahme von BellSouth durch AT&T müsste von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden und könnte etwa ein Jahr dauern. Telekommunikationsfachleute erwarten keine allzu großen Schwierigkeiten, da sich die Einzugsgebiete kaum überschneiden. (APA)

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