Paukenschlag des ewigen Talents

15. März 2006, 21:43
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Klaus Salmutter glänzte in ÖFB-Nachwuchs­teams, schien zuletzt aber den Fokus verloren zu haben - Nun meldete er sich mit Toren zurück

Graz - Längst hing ihm der Ruf des ewigen Talentes über an. 2003 hatte Klaus Salmutter mit dem österreichischen U19-Nationalteam in Liechtenstein sensationell EM-Bronze gewonnen und als eine der größten Zukunftshoffnungen des Landes gegolten. Schwere Verletzungen und private Fehltritte ließen Steirer in den vergangenen Jahren aber eher durch die Tiefen des Fußballer-Lebens gehen. Am Samstag meldete sich der Offensivspieler von Sturm Graz eindrucksvoll zurück - mit drei Toren beim 4:0-Heimsieg gegen Red Bull Salzburg.

"Ein super Abend", kommentierte Salmutter seinen ersten Hattrick in der höchsten österreichischen Spielklasse. Super Abende hatte der 22-Jährige in den vergangenen Jahren nur wenige gehabt. In den fünf Ligaspielen, die er in der laufenden Saison zuvor bestritten hatte, war der Kreativspieler nicht einmal erfolgreich gewesen. In der Vorsaison musste sich Salmutter im Sommer 2002 vom Nachwuchs des FC Schalke 04 zurückgekehrt war, einer komplizierten Syndesmoseband-Operation unterziehen.

"Die Verletzung hat mich reifer gemacht. Ich bin menschlich gewachsen", versicherte der U21-Nationalspieler. "Ich habe viel und hart an mir gearbeitet." Die Chance auf einen Stammplatz eröffnete sich für Salmutter aber erst durch den Abgang von Sturm-Regisseur David Mujiri. Der georgische Nationalspieler hatte den Vertrag mit den Grazern wegen ausständiger Gehaltszahlungen im Februar aufgelöst und war nach Russland (Krilija Sowjetow Samara) gewechselt.

Salmutter war vom schwer an Spielerschwund leidenden Trainer Michael Petrovic als einer der Nachfolge-Kandidaten genannt worden. "Wir haben in den letzten zwei Jahren unzählige Spieler abgegeben. Jetzt sind die jungen Spieler gefordert." Eine zweite Chance für Salmutter, nachdem er 2004 lediglich abseits des Spielfeldes (Sachbeschädigung an Autos) für Schlagzeilen gesorgt hatte. Am Samstag verdreifachte der seine Torausbeute in der Bundesliga. Sein bis dahin einziger Treffer in der höchsten österreichischen Spielklasse hatte der Grazer am 24. Mai 2003 (1:2-Niederlage bei Admira) erzielt.

Dabei ist Salmutter zu so viel mehr fähig. Das hat er 2003 bei der U19-EM bewiesen. Im Halbfinale gegen Portugal (3:6 nach Verlängerung) brachte der Sturm-Youngster Österreich mit zwei Toren 2:0 in Führung und damit dem Finale nahe. Der aktuelle Sturm-Kapitän Jürgen Säumel war damals ebenfalls dabei, hat den Sprung ins A-Nationalteam aber mittlerweile geschafft. Salmutter hofft, es seinem Freund gleichzutun und den Zug in Richtung Heim-EM 2008 noch zu erwischen. (APA/red)

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