Drei Tote bei Überfall auf sunnitische Moschee in Bagdad

7. März 2006, 08:35
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Gewalttätige Demonstration gegen Benzinknappheit

Bagdad - Bei einem Überfall auf eine sunnitische Moschee in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind in der Nacht zum Sonntag drei Wachmänner getötet und sechs weitere verletzt worden. Bewaffnete Männer in Polizeiuniformen hätten die Al-Nur-Moschee im westlichen Stadtviertel Jihad angegriffen, sagte ein Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums. Nach seinen Angaben lieferten sich die Angreifer eine Stunde lang heftige Kämpfe mit den Wachleuten, die Verstärkung von Anrainern erhielten. Anschließend seien die Angreifer geflohen.

Attentat an Straßensperre

An einer Straßensperre der irakischen Armee in Mahmudiya, 30 Kilometer südlich von Bagdad, sprengte sich am Samstagabend ein Selbstmordattentäter in die Luft. Nach Angaben der Sicherheitskräfte riss er einen Soldaten mit in den Tod; drei Soldaten wurden verletzt. Einige Stunden zuvor schossen Männer aus einem Auto heraus auf eine hauptsächlich von turkmenischen Schiiten besuchte Moschee in der nordirakischen Stadt Kirkuk, dabei wurden zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt.

Gewalttätige Proteste

In der Stadt Kut in der nördlich von Bagdad gelegenen Provinz Wasset kam es zu gewalttätigen Protesten gegen die zunehmende Treibstoffknappheit. Wütende Einwohner bewarfen seit drei Tagen geschlossene Tankstellen mit Steinen. Sie setzten ein parkendes Auto in Brand und blockierten Straßen mit brennenden Autoreifen. Dem Provinzgouverneur warfen die Demonstranten in Sprechchören vor, ein "Agent der Amerikaner" zu sein. Auf dem Schwarzmarkt von Kut wird Benzin inzwischen zum Sechsfachen des offiziellen Preises verkauft. (APA)

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    Brennende Autoreifen auf einer Straße in der Stadt Kut in der nördlich von Bagdad. Demonstranten protestierten gegen die Treibstoffknappheit.

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