Versteckte Informationen können alles verraten

14. März 2006, 10:58
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Meta-Daten offenbaren Änderung an Dokumenten - Automatisierte Programme zum Entfernen der Hinweise auf dem Vormarsch

Es ist vielen schon passiert: Microsoft, dem Weißen Haus, den Vereinten Nationen und dem Büro des britischen Premierministers. Sie alle mussten sich zumindest kritische Fragen gefallen lassen, weil jemand die so genannten Meta-Daten von Texten untersucht hatte. In ihnen wird von den Textverarbeitungsprogrammen jede Änderung festgehalten, auch, wenn zum Beispiel bestimmte Details gelöscht werden.

Anweisungen

Das Thema ist inzwischen so brisant, dass der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) im Dezember Richtlinien erließ, wie Dokumente zu veröffentlichen sind. In der Privatwirtschaft gibt es inzwischen etliche Unternehmen, die Programme anbieten, um Dokumente automatisch auf Meta-Daten zu untersuchen und diese entfernen.

Meta-Daten sind Daten über Daten. Hier steht zum Beispiel, wann ein Textdokument von wem erstellt und wann es abgespeichert wurde. Diese Informationen sollen dem Nutzer eigentlich bei der Organisation der Daten und bei der Zusammenarbeit mit anderen helfen. Beim Ausdruck sind sie nicht zu sehen.

Zu kompliziert

Experten verweisen darauf, dass die Entfernung immer noch ein manueller Prozess ist. "Die Chance ist also groß, dass es vergessen wird", sagt Michael Silver von der Beratungsfirma Gartner. Automatisierte Programm zur Entfernung von Meta-Daten existieren zwar schon eine ganze Weile, aber sie werden erst jetzt verstärkt eingesetzt.

Kunden solcher Programme waren bislang vor allem Rechtsanwälte, die es gewohnt sind, mit Kundendaten äußerst vertraulich umzugehen. Jetzt aber seinen solche Programme auf dem Weg, wie Anti-Viren-Software praktisch Pflicht in Firmen zu werden, sagt Joe Fantuzzi, Chef der Firma Workshare.

Möglichkeiten

Im Gegensatz zur Anti-Viren-Software aber haben es die Nutzer schon jetzt in der Hand, die Meta-Daten aus Dokumenten zu entfernen. Die Microsoft-Programme erlauben es den Nutzern schon lange, Meta-Daten zu löschen. Allerdings sind diese Funktionen oft nur schwer zu finden. Dies soll sich aber ändern. So könnte es in den Office-Programmen im Bereich "Datei" bald die Option geben, solche Meta-Daten zu löschen. Auch Windows Vista soll eine solche Funktion erhalten, wie Microsoft-Manager Mike Burk erklärt. "Wir haben hart daran gearbeitet, einen Mittelweg zu finden", sagt Burk.

Aber auch in Zukunft wird es vermutlich immer wieder Enthüllungen durch die Analyse von Meta-Daten geben, ist sich Richard Smith sicher, der ein Irak-Dossier der britischen Regierung analysierte. "Da arbeiten einfach zu viele Menschen in den Regierungen auf der ganzen Welt und es gibt praktisch keine Möglichkeit, sie alle im Umgang mit Meta-Daten zu schulen. Ich erwarte auch in Zukunft einen ständigen Strom von Enthüllungen." (APA)

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