Finanzaffäre um Ex-Manager Calmund

10. März 2006, 17:07
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Zahlung von fast 600.000 Euro an einen Spielervermittler wahrer Grund für Rücktritt bei Leverkusen im Jahr 2004 - Behörden ermitteln

Leverkusen - Dubiose Zahlungen in Höhe von 580.000 Euro an den Spielerberater Volker Graul waren der wahre Grund für das Ende der Tätigkeit von Manager Rainer Calmund für den deutschen Fußball-Erstligist Bayer 04 Leverkusen im Sommer 2004. Einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigte der Klub am Samstag.

"Die tatsächlichen Hintergründe des Vorgangs konnten für Bayer nicht schlüssig aufgeklärt werden", lautete die offizielle Stellungnahme der Leverkusener. "Die Überprüfungen führten letztendlich zur unverzüglichen Trennung von Reiner Calmund durch den Gesellschafterausschuss von Bayer 04 Leverkusen."

Der begnadete Selbstdarsteller hatte für seinen unerwarteten Rückzug nach 27 Jahren bei Bayer vor knapp zwei Jahren gesundheitliche Gründe angegeben. "Zur Vermeidung einer öffentlichen Auseinandersetzung wurde die im Bayer-Konzern übliche Abfindungsregelung angewandt", erklärte die Bayer AG das Verschweigen des wahren Trennungsgrundes.

Calmund und ein Bayer-Mitarbeiter hatten im Juni 2003 drei Schecks über 50.000, 150.000 sowie 380.000 Euro ausgestellt und in Bargeld eingelöst, das Calmund Graul daraufhin übergeben haben soll. Erst zehn Monate später, am 22. April 2004, reichte Graul bei Bayer 04 eine Rechnung über diese Summe für die "Vermittlung einer Kaufoption" für zwei Spieler aus Kroatien bzw. Serbien-Montenegro ein.

Wegen dieser undurchsichtigen Geschäfte ermitteln die Bielefelder Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei laut "Spiegel" inzwischen wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue gegen mehrere Personen. Calmund, der sich auf seine Verschwiegenheitspflicht beruft (die laut Leverkusen jedoch nicht besteht) ist keine davon. (APA/dpa/red)

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