Ungünstige Prognose für Wintersport

12. Juli 2006, 14:25
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Klimaforscher sagen Ende von Wintersport-
einrichtungen voraus - Temperaturanstieg als Ursache

Berchtesgaden - Der Sommer-Ski-Tourismus in den Alpen ist nach Ansicht des emeritierten Salzburger Gletscherforschers Heinz Slupetzky praktisch zum Erliegen gekommen. Das Abschmelzen der geeigneten Gletscher habe das Ende des klassischen Sommerskilaufs erzwungen, berichtete Slupetzky am Samstag auf einer Fachtagung des Bund Naturschutz in Bayern (BN) zum alpinen Wintertourismus.

Die Höhenskigebiete könnten in Zukunft nur noch den klassische Winter-Tourismus sichern. Aber selbst diese Gebiete könnten wegen der allgemeinen Klimaerwärmung keine "Garantie" für großflächigen Skilauf schon zur Weihnachtszeit bieten, so Slupetzky.

Ungünstige Prognose

Trotz des äußerst schneereichen Winter dieses Jahres stellten die zu der Berchtesgadener Tagung angereisten Experten übereinstimmend dem Wintersport in den tiefer gelegenen alpinen Lagen eine ungünstige Prognose aus. Der bereits in Gang gekommene Temperaturanstieg bedeute "das Ende der meisten Wintersporteinrichtungen in einigen Jahrzehnten", sagte der Klimaforscher Hartmut Graßl vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Widerspruch

Der noch andauernde besonders schneereiche Winter in den Bergen steht für die Klimaexperten nicht in Widerspruch zu ihren Annahmen, die in Mitteleuropa verstärkte Niederschläge im Winter vorhersehen. Der gegenwärtige Winter zähle zu den schneereichsten Wintern der vergangenen 150 Jahre, sicherlich aber nicht zu den kältesten, sagte Graßl. Die Häufigkeit besonders milder Winter werde weiter zunehmen. Der ehemalige Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Münchener Rückversicherungsgesellschaft Gerhard Berz betonte, mit mehr und intensiveren "Schneekatastrophen" müsse gerechnet werden. Über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindest-Dachlasten werde man "neu nachdenken" müssen. (APA)

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