Filmproduzent Cohn: Europäer haben falsches Bild von Oscar-Academy

4. März 2006, 18:09
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Schweizer verteidigt "rührige Leute, die etwas bewegen wollen" gegen falsches Image

München - Der Filmproduzent und sechsfache Oscar-Preisträger Arthur Cohn (67, "Die Kinder des Monsieur Mathieu") hat eine Lanze für die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gebrochen, die am Sonntagabend (Ortszeit) wieder die begehrteste Filmtrophäe der Welt vergibt. Die Europäer würden die Academy ganz falsch beurteilen, sagte der Schweizer der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). "Die glauben, dass sei eine Gesellschaft von 5732 Filmemachern, die einmal im Jahr einen Lottozettel ins Haus bekommen, wo sie ein paar Filme ankreuzen. Das ist absolut Nonsense." Vielmehr seien das überaus rührige Leute, die etwas bewegen wollten. "Wenn die Mitglieder glauben, dass dank ihrer Stimmen ein kleiner Film Beachtung finden könnte, dann nehmen sie das ernst", sagte Cohn der Zeitung.

Die Preisverleihung in diesem Jahr sei sehr speziell, "weil der politische, kleine, engagierte Film im Vordergrund steht". Eine Überraschung sei die Nominierung des Films "Brokeback Mountain" von Ang Lee. "Dass sich ein Westerndrama mit zwei homosexuellen Cowboys bei der Film Academy durchgesetzt hat, ist geradezu unglaublich", sagte Cohn, der seinen sechsten Oscar im Jahr 2000 für den Film "Ein Tag im September" über das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in München erhielt. (APA/dpa)

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