Deutsche-Bank-Chefvolkswirt fordert geringere Löhne für Ältere

29. März 2006, 14:58
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"Anpassung an Produktivität"

Bremen - Für Lohnkürzungen bei älteren Arbeitnehmern hat sich der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, stark gemacht, um so deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. "Die Löhne müssen für die Älteren sinken können, anstatt nach dem Senioritätsprinzip immer weiter zu steigen", sagte Walter dem Bremer "Kurier am Sonntag".

Die Lebenseinkommenskurve müsse deutlich vor 60 Jahren ihren Höhepunkt überschritten haben. Dazu müssten Tarifverträge und die Sozialgesetzgebung ebenso geändert werden wie die "betrieblichen Usancen", sagte der Ökonom. Nur wenn die Löhne älterer Mitarbeiter ihrer Produktivität entsprächen, "werden wir ihre Chancen auf Verbleib im Vertrieb und auf neue Jobs für Ältere steigern". Durch die demographische Entwicklung würden sich die Beschäftigungschancen für Senioren zwar per se verbessern, aber erst langfristig.

Allerdings sei das Prinzip niedrigerer Löhne bei höherem Alter nicht in jedem Beruf richtig, schränkte Walter ein. Es gelte in erster Linie für Arbeiten, bei denen es "auf präzises Sehen, gutes Hören oder starke Muskelbelastung ankommt". In Berufen hingegen, wo Erfahrung und Netzwerkwissen entscheidend seien, könne es durchaus sein, dass die Beschäftigten "am Ende ihres Arbeitslebens zu recht das höchste Einkommen erzielen". (APA)

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