Liste übernahmebedrohter Unternehmen in Frankreich

17. März 2006, 15:37
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Laut "Tribune" befinden sich ein Dutzend Großunternehmen darunter - Auch Arcelor und Suez seit November auf der Liste

Paris - Die französische Regierung verfügt nach Informationen der Pariser Finanztageszeitung "La Tribune" (Wochenendausgabe) über eine Liste von Unternehmen, denen die Gefahr eines feindlichen Übernahmeangebots droht. Unter diesen befinden sich etwa ein Dutzend Gesellschaften im Pariser Leit-Börsenindex CAC 40, schreibt das Blatt. Nach den Angaben befanden sich auf der im November erstellten Liste auch der Stahlkonzern Arcelor, der Ende Jänner Gegenstand einer Übernahmeattacke des niederländischen Mitbewerbers Mittal Steel wurde, sowie der Verteiler Suez, für den jüngst der italienische Energiekonzern Enel Interesse bekundet hatte.

Laut "La Tribune" scheinen auf der Liste auch der Nahrungsmittelkonzern Danone, für den im vergangenen Juli die amerikanische PepsiCo Interesse bekundet hatte, die Bank Societe Generale, der Baumaterialerzeuger Saint-Gobain, die Einzelhandelsketten Casino und Carrefour, der Elektronikkonzern Thomson sowie der Mischkonzern Vivendi auf. Dazu kommt ein weiteres Dutzend Gesellschaften, die nicht im CAC 40 notiert sind.

"Wirtschaftlicher Patriotismus"

Erstellt wurde die Liste nach den Angaben von den französischen Nachrichtendiensten auf der Basis des wirtschaftlichen Potenzials der Gesellschaften, ihrer Kapitalverteilung, der Wachstumsprognosen ihres Marktsektors und der Probleme in ihrer jüngsten Entwicklung. Alle drei Monate wird die Liste laut Zeitungsbericht aktualisiert.

Nach Angaben des UMP-Abgeordneten Bernard Carayon, der jüngst den Begriff des "wirtschaftlichen Patriotismus" in Umlauf gebracht hat, wurde die Liste "vor einem Jahr" vom Pariser Wirtschaftsministerium erstellt. Berücksichtigt wurden vor allem Unternehmen mit einer sehr breiten Kapitalverstreuung, zumal diese für externe Angriffe anfälliger sind. Das betroffene Ministerium machte zu den Informationen keinen Kommentar. Alain Julliet vom Wirtschaftsnachrichtendienst der Regierung räumte dagegen ein, dass man "nicht börsennotierte kleine Unternehmen" im Auge behält, die als "sensibel" erachtet werden. (APA)

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