Experte hält Hausarrest für Katzen für wirkungslos

13. März 2006, 11:23
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Impfung von Geflügel sei besser

Stuttgart - Hausarrest für Katzen ist nach Meinung eines Experten kein geeignetes Mittel, die weitere Verbreitung der Vogelgrippe einzudämmen. "Eine Katze lässt sich nicht einsperren. Das wird von den Behörden zu eng gesehen", sagte Reinhard Böhm, Leiter des Instituts für Tierhygiene an der Universität Stuttgart-Hohenheim, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Vielmehr müsste Geflügel geimpft werden. "Ich halte eine Impfung für die Bekämpfung der Vogelgrippe für eine gute Lösung." Am Freitag war in Mannheim der erste Vogelgrippefall in einer deutschen Großstadt gemeldet worden.

"Angemessene Maßnahmen"

Es gebe bisher keine Hinweise auf eine Übertragungsgefahr durch Katzen auf den Menschen. Gesichtskontakt mit den Tieren sollte allerdings generell vermieden werden. Die Einrichtung von Sperrbezirken seien dagegen wichtig, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. "Das sind angemessene Maßnahmen", sagte Böhm.

Am (heutigen) Samstag treten Deutschland-weit die verschärften Schutzmaßnahmen für Katzen und Hunde in Kraft. Demnach sollen die Tiere in einer Zehn-Kilometer-Sperrzone um einen Fundort eines infizierten Vogels nicht mehr frei laufen. Die Impfung von Geflügel ist in Deutschland umstritten. Mehrere Wissenschaftler haben Bedenken, weil geimpfte Tiere den Erreger unbemerkt weitergeben können und noch keine Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren möglich ist. (APA/dpa)

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